Antrag bei der Bafin
Spekulationen über höheren Katar-Anteil an Deutscher Bank

Der Kurs der Deutschen-Bank-Aktie profitiert heute zeitweise von Spekulationen, dass Katar seine Beteiligung an dem Institut deutlich erhöhen könnte. Doch umgehend kam ein Dementi.
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FrankfurtSpekulationen auf eine Aufstockung des Deutsche-Bank-Anteilseigners Katar haben der Aktie des Geldhauses am Mittwoch geholfen. Die Titel drehten ins Plus und legten kurzzeitig bis zu 1,6 Prozent auf 17,65 Euro zu – gaben aber die Gewinne bis zum Mittag weitgehend wieder ab.

Händler verwiesen auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach habe Katar bei der Bafin um eine Genehmigung gebeten, über die Grenze von zehn Prozent zu gehen. Sowohl die Bafin als auch die  Deutsche Bank wollte dazu keine Stellungnahme abgeben. Anteilseigner Katar konnte für einen Kommentar nicht erreicht werden.

Gegen Mittag kam ein Dementi von der Nachrichtenagentur Reuters. Die Herrscherfamilie von Katar will sich fürs erste mit einer Beteiligung von weniger als zehn Prozent an der Deutschen Bank begnügen. Das Emirat habe bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin keinen Antrag gestellt, seinen Anteil an Deutschlands größtem Geldhaus auf über zehn Prozent aufzustocken, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Sie widersprachen damit einem Bericht der Agentur Bloomberg. Die BaFin und die Deutsche Bank wollten sich zu dem Thema nicht äußern.

Katars Ex-Premier Hamad Bin Jassim Bin Jabor Al-Thani und sein Cousin Hamad Bin Khalifa Al-Thani hielten Ende vergangenen Jahres zusammen rund acht Prozent an der Deutschen Bank sowie Kaufoptionen im Volumen von rund zwei Prozent. Aktuellere Daten liegen nicht vor. Katar war kürzlich vom chinesischen Luftfahrt- und Finanzkonglomerat HNA als größter Aktionär der Deutschen Bank abgelöst worden. Die Chinesen hielten Anfang des Monats 9,92 Prozent am Frankfurter Geldhaus.

In dem Antrag sahen Beobachter ein Signal dafür, dass Katar mehr Mitsprache bei der größten europäischen Investmentbank haben möchte, sagten zuvor Personen zu Bloomberg, die mit dem Vorgang vertraut sind. Der Antrag sei schon vor mehreren Monaten gestellt worden – und zwar bevor die Deutsche Bank im März eine acht Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung angekündigt hatte, so die Personen, die wegen der Vertraulichkeit der Gespräche nicht namentlich genannt werden wollen. Eine Genehmigung des Antrags stehe noch aus und Katar habe keine finale Entscheidung getroffen, ob der Anteil von derzeit knapp unter neun Prozent über diese Schwelle angehoben werden solle.

Der größte Deutsche-Bank-Aktionär ist mit knapp unter zehn Prozent das chinesische Konglomerat HNA. Würde der gemeinsame Anteil auf über 20 Prozent klettern, wären so viele Stimmrechte bei zwei Anteilseignern konzentriert sein wie nie in der jüngeren Vergangenheit des Geldhauses.

Schon beim Einstieg zu Jahresbeginn hatte der asiatische Mischkonzern betont, dass er seinen Anteil erhöhen, aber dabei unter zehn Prozent bleiben wolle. Anteile über dieser Schwelle müssen von den Bankenaufsichtsbehörden genehmigt werden. Mit der Beteiligung kommt auch der Wunsch nach Einfluss: Auf der Hauptversammlung wollen die Chinesen Alexander Schütz in den Aufsichtsrat wählen lassen. Der Gründer und Vorstand des Vermögensverwalters C-Quadrat verwaltet die Deutsche-Bank-Aktien von HNA.

Im Oktober habe die katarische Königsfamilie angedeutet, ihren Anteil gar auf bis zu 25 Prozent erhöhen zu wollen, hatte Bloomberg damals berichtet. Zwei Mitglieder der Familie halten derzeit gemeinsam die Anteile an der Deutschen Bank, Scheich Hamad Bin Jassim Bin Jabr Al Thani und Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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