Apobank
Griechische Staatsanleihen schmälern Gewinn

Die Finanz-Eskapaden der Vergangenheit lassen die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) nicht los. Im vergangenen Jahr verhagelten ihr Kreditversicherungen (CDS) auf griechische Staatsanleihen das Ergebnis.
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Frankfurt Als die CDS, die sie selbst verkauft hatte, im Zuge der Umschuldung der griechischen Staatsschulden fällig wurden, musste die größte deutsche Genossenschaftsbank an die Investoren rund 80 Millionen Euro zahlen, wie Vorstandschef Herbert Pfennig am Dienstag einräumte. „Die Euro-Schuldenkrise hat uns wehgetan.“ Insgesamt zehrten Abschreibungen auf Finanzinstrumente und Beteiligungen noch mit 119 (Vorjahr: 202) Millionen Euro am Ergebnis. Unter dem Strich reichte es dennoch für einen Gewinn von 43,1 (53,4) Millionen Euro, wovon 33 Millionen an die Mitglieder - Ärzte, Zahnärzte und Apotheker - als Dividende ausgeschüttet werden.

Nun sieht Pfennig die Altlasten aber als bereinigt an. Von 5,5 Milliarden an strukturierten Wertpapieren, die sich in der Finanzkrise als toxisch erwiesen hatten, sind noch drei Milliarden Euro übrig. „Wir waren drei Jahre vor allem mit Vergangenheitsbewältigung beschäftigt. Wir sind relativ sicher, dass Wiederholungen nicht möglich sind“, sagte der Apobank-Chef.

Nun wolle sich die Bank verstärkt darum kümmern, ihre Klientel früher - schon im Studium - zu gewinnen und nicht so schnell wieder zu verlieren. „Der Kampf um unsere Kunden ist wüst entbrannt“, sagte Pfennig. „Aber wir sind kampfbereit und verteidigungsfähig.“ Viele Ärzte holten sich den Kredit für den Aufbau ihrer ersten Praxis bei der Apobank, legten das erworbene Vermögen aber bei Großbanken an. Um das zu verhindern, wolle die Apobank nun eine Sparte für wohlhabende Privatkunden aufbauen.

Der Umbau im Vertrieb und eine Steigerung der Effizienz werden sich laut Pfennig zunächst aber in einem Stellenabbau unter den 2500 Mitarbeitern niederschlagen. „Die Bank muss sich strukturell um ihre Kostensituation kümmern.“ Über das Volumen werde noch mit dem Betriebsrat verhandelt. Die 180 Millionen Euro teure Umstellung des IT-Systems soll ab 2013 jährlich 30 Millionen Euro einsparen. Im laufenden Jahr werde sie aber noch einmal bis zu 40 Millionen Euro kosten, sagte Pfennig. Das operative Ergebnis werde daher 2012 niedriger ausfallen als die 2011 verdienten 280 Millionen Euro. Unter dem Strich dürfte der Gewinn aber wieder höher ausfallen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es ist ein Jammer um diese einst so gut situierte Standesbank für den Heilberufssektor. Die Fehler und Irrtümer der Vorstände bekommt immer das Fußvolk zu spüren. Mir tun lediglich die Mitarbeiter leid.

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