Apple Pay: „Mein Favorit ist ganz klar NFC“

Apple Pay
„In Deutschland gibt es zu wenig iPhones und Kreditkarten“

„Mein Favorit ist ganz klar NFC“

Beim Mobile Payment gibt im Wesentlichen zwei Systeme: NFC und den QR-Code. Welches wird sich durchsetzen?
Mein Favorit ist ganz klar NFC. Im QR-Code werden Daten optisch verschlüsselt dargestellt und können mit Scannern ausgelesen werden. So können etwa die notwendigen Informationen für ein Lastschriftverfahren vom Smartphone an das Kassenterminal übermittelt werden. NFC bietet dagegen die Möglichkeit einer echten bidirektionalen Kommunikation zwischen den Geräten. Dadurch können sich Kassenterminal und Kunden-Device gegenseitig authentifizieren, was die Sicherheit deutlich erhöht und Fälschungsversuche erschwert. Außerdem ist der Einsatz von QR-Codes auch stark von Umweltfaktoren wie zum Beispiel Lichtverhältnissen abhängig. Die Praxis zeigt, dass NFC-Zahlungen schneller, bequemer und zuverlässiger sind.

Aber nicht alle Smartphones sind NFC-fähig.
Aus diesem Grund hat der QR-Code teilweise als Brückentechnologie sicherlich auch seine Daseinsberechtigung – so etwa in der Payback-App. Diese Technik ist auf allen Smartphones sofort verfügbar. Ein weiteres Problem besteht aktuell noch darin, dass iPhones zwar NFC-fähig sind, aber Apple die Funktion nur für Apple Pay freigibt. Für andere Bezahl-Apps ist sie gesperrt – ein Umstand, der in Australien nun aber schon die ersten Wettbewerbsklagen durch Banken hervorgerufen hat.

Wie können diese Probleme gelöst werden?
Damit Mobile Payment zum Massenphänomen wird, braucht es meiner Ansicht nach drei Dinge. Zunächst einen freien Zugang aller Lösungsanbieter zu zentralen Technologien wie der NFC-Schnittstelle in Smartphones. Zweitens Lösungen, die für viele Kunden sofort und ohne zusätzliche Aufwendungen genutzt werden können. Drittens – und am wichtigsten – Lösungen, die mehr sind als eine reine Zahlungsanwendung. Eine solitäre Zahlungsanwendung auf einem Handy bietet zu wenig Mehrwert, um viele Kunden vom Umstieg zu überzeugen.

Herr Hommel, vielen Dank für das Interview.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
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