Arbeitsplatzabbau Gewerkschaft kritisiert Commerzbank

Die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank könnte 400 Angestellte der Postbank den Job kosten. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert, dass die Commerzbank das ausgelagerte Zahlungsverkehrgeschäft der Dresdner Bank künftig selbst übernehmen möchte. Eine Entscheidung steht kurz bevor.
Für die Commerzbank bleiben die Zeiten trotz Rettungsschirm stürmisch. Quelle: dpa

Für die Commerzbank bleiben die Zeiten trotz Rettungsschirm stürmisch.

(Foto: dpa)

FRANKFURT. Die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank droht nun auch Arbeitsplätze bei anderen Instituten zu gefährden. Die Gewerkschaft Verdi warnt, dass 400 Arbeitsplätze bei der Postbank gefährdet seien. Die Commerzbank wolle das 2004 in die Postbank ausgelagerte Zahlungsverkehrgeschäft der Dresdner Bank lieber selbst machen und den Vertrag mit der Postbank kündigen. Die dafür nötigen 400 Beschäftigten, die die Postbank damals von der Dresdner Bank übernommen hatte und die in der Postbank-Tochter BCB arbeiten, wolle die Commerzbank aber nicht übernehmen.

„Damit würde die Commerzbank den Arbeitsplatzabbau bei einem anderen Institut verursachen“, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Gerd Tausendfreund, der im Aufsichtsrat der Postbank sitzt. Zudem besitze die Zahlungsverkehrstochter der Commerzbank anders als die Postbank-Tochter BCB (Betriebs-Center für Banken AG) keinen Tarifvertrag. „Damit würde sich die Bundesregierung als größte Commerzbank-Aktionärin aktiv am Stellenabbau und der Tarifflucht beteiligen“, wettert Tausendfreund. Der Bund hält nach seinen milliardenschweren Hilfen 25 Prozent plus eine Aktie an der Commerzbank.

Noch ist der Vertrag mit der Postbank nicht gekündigt. „Wir sind derzeit in konstruktiven Gesprächen mit der BCB, ob und unter welchen Rahmenbedingungen der Vertrag in Zukunft fortgeführt werden soll“, sagte ein Sprecher der Commerzbank. „Entscheidungen sind noch nicht getroffen.“ Wie lange der Vertrag läuft, wollen weder Postbank noch Commerzbank sagen. In Finanzkreisen heißt es jedoch, die Commerzbank wolle den Zahlungsverkehr der Dresdner im Herbst kommenden Jahres in das eigene Haus ziehen.

Die Commerzbank hatte im vergangenen September die Übernahme der Dresdner Bank verkündet und diese im Januar endgültig erworben. Sie will im Rahmen ihrer Übernahme der Dresdner Bank insgesamt 9 000 Stellen abbauen, davon 6 500 im Inland.

Die Postbank wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern. Bei der Postbank-Tochter BCB arbeiten insgesamt 2 700 Beschäftigte. Sie managt den Zahlungsverkehr der Dresdner Bank und der Hypo-Vereinsbank, den privaten Zahlungsverkehr der Deutschen Bank und hat jüngst noch die HSH Nordbank als kleineren Kunden gewinnen können. Da die Commerzbank kein Kunde war, war ein Abspringen der Dresdner seit der Übernahme schon länger befürchtet worden.

Da in Deutschland kaum noch Chancen für neue Großkunden bestehen, will die Postbank die BCB am liebsten in eine Partnerschaft mit einem europäischen Institut führen und europaweit expandieren lassen. Denn mit dem einheitlichen Zahlungsverkehrsraum Sepa wird das Geschäft mit der Zeit auf europäischer Basis stattfinden.

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