Assekuranz
Das lange Leiden der Lebensversicherer

Die Euro-Krise, ein niedriges Zinsumfeld und misstrauische Kunden belasten die Lebensversicherer. Die Assekuranzen ringen damit, die versprochenen Renditen zu erwirtschaften. Die Zahl der Verträge sinkt.
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DüsseldorfDie Schuldenkrise in Europa macht den Lebensversicherern das Leben schwer. Für die Assekuranzen wird es immer schwerer, den versprochenen Zins bei Policen zu erwirtschaften. Und auch die Zahl der Verträge sinkt, wie jetzt aus den Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft hervorgeht.

Sichere Staatsanleihen, der Grundstein für die Geldanlage der Versicherer, bieten nur noch magere Renditen. Der Zins entschädigt kaum noch für die Teuerungsrate. Für zweijährige Anleihen etwa bietet der deutsche Staat auch nominal fast gar keine Rendite mehr.

Das bringt die Versicherungskonzerne in ein Dilemma. Vor einigen Jahren haben sie ihren Kunden noch Zinsen von vier Prozent jährlich garantiert. Später abgeschlossene Policen garantieren drei, zwei oder neuerdings nur noch 1,75 Prozent. Der Durchschnitt der Garantien liegt bei drei Prozent: So viel müssen die Versicherer mindestens erwirtschaften, wollen sie nicht selbst in eine Schieflage geraten.

Doch auch von Seite der Kunden stehen die Lebensversicherer unter Druck: Die Zahl der Verträge schrumpft. Notierten die Assekuranzen 2005 noch 94,2 Millionen Verträge, sank die Zahl bis ins vergangene Jahr auf 89,7 Millionen. Die Beitragseinnahmen sanken von 87,2 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 83,2 Milliarden Euro, wie die Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft belegen. Die Alterung der Bevölkerung und die Abkehr von Anlageformen wie der klassischen Lebensversicherung dürften mit die Gründe für diesen Rückgang sein.

Zudem flüchten immer mehr Sparer aus ihren Verträgen. Dies macht sich aber nicht an der Zahl der Verträge bemerkbar. Die Stornoquote belief sich im vergangenen Jahr auf 3,49 Prozent. Vielmehr zeigt sich dies am Volumen der abgebrochenen Versicherungen: 2011 wurden Lebensversicherungen im Wert von 13,95 Milliarden Euro storniert. Die entspricht einem Anstieg von 7,4 Prozent über Vorjahresniveau. Am Ende wird fast jede zweite Police vor Ende der vereinbarten Laufzeit - im Schnitt gut 20 Jahre - gekündigt.

Sebastian Ertinger ist stellvertretender Redaktionsleiter der Handelsblatt Live App.
Sebastian Ertinger
Handelsblatt Live / Stellvertretender Redaktionsleiter

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  • das Oma-Produkt Kapitallebensversicherung ist spätestens seit 2005 mit dem Wegfall der steuerfreien Ablaufleistung auf dem Rückweg. Für den Kunden nachteilige Spät-Stornos ausgelöst nicht nur durch widrige Lebensumstände, sondern auch durch geldgieriger "Finanzberater" sind Legende - soweit nichts Neues. Mal abgesehen von der Platzierung eines dicken Werbeblocks erschließt sich mir die Sinnhaftigkeit dieses Artikels nicht. Soll damit der Fluchtreflex der Bestandskunden-Herde verstärkt werden?
    Das hielte ich schlicht für unverantwortlich. Die relative Wertsteigerung, die mir für meine Alt-Policen KLV-Check berechnet, deutet momentan auf keinen massiven Gewinneinbruch hin. Im Gegenteil, eine Beitragsrendite von 3,6% seit der letzten Wertmitteilung vor einem Jahr ist mit dieser Risikostruktur derzeit unerreicht - von einer steuerfreien Auszahlung ganz zu schweigen! Dabei sind griechische Staatspapiere mit einem Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich am Portfolio doch längst abgeschrieben. Ich werde daher lieber einen kühlen Kopf bewahren, wie in Panik zu verfallen ;-)

  • wird zeit ,daß die bundestrulla angela die LV renditen subventioniert

  • ..ich habe da auch einen Vorschlag, zu mindestens einen dahingehend, wie sich jeder EU-Bürger gegen die kommenden Enteignungen schützen kann:" Buchtipp - Freiheit durch Gold: Sklavenaufstand im Weltreich der Papiergeldkönige
    Prof. Dr. Hans J. Bocker und auch das Buch "Vom Gelde, Valuta, Währungsnot 1921-1923 von Argentarius!"

    Zudem bieten andere reale Werte wie Silber, Aktien, Kunst, alte Kfz mit Wertsteigerungssinn ebenfalls eine gewisse Absicherung, d.h. regelmäßig zu kaufen und Risiken streuen.

    Bloß keine Papier-Altersvorsorgeprodukte abschließen und unnötige Schulden möglichst vermeiden. Dazu eine gute BU- und Risiko-LV!

    Ich befürchte das wird nix mehr mit dem Euro. Die EU hat einfach zu lange gewartet und dann auch noch "Falschgeld" in Umlauf gebracht.

    Stop the ESM, ACTA, CISPA and INDECT!

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