Asset Management in Norwegen
Wie die DNB die Rückkehr an die Spitze plant

Als Anbieter von externer Vermögensverwaltung hat das Ansehen der DNB stark gelitten. In einer Umfrage erreichte Norwegens größte Bank diesbezüglich nur Platz fünf. Jetzt will das Geldhaus gegensteuern.
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New YorkEs war eine schallende Ohrfeige, die institutionelle Kunden der DNB verpassten: In einer Umfrage ließen sie unlängst Norwegens größte Bank im nationalen Ranking auf Platz fünf abrutschen – der niedrigste Platz seit 2013. Jetzt reagiert die DNB und baut ihr Asset Management um: Sie stellt mehr Aktienanalysten ein, um norwegische Unternehmen und den Sektor Gesundheitswesen abzudecken. Zudem werden die Berichterstattung an die wichtigsten Kunden gestärkt sowie mehr Vertriebspersonen beschäftigt.

Die Schritte gehören zu einer Reihe von Verbesserungen, um die Abwärtsspirale auszubremsen, sagt Torkild Varran, der Chef von DNB Asset Management. „Wir sind auf fünf abgerutscht und wir sind nicht zufrieden. Aber wir haben einige Schritte eingeleitet, um wieder auf die Spur zu kommen“, erklärt er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Wir bauen ein gutes Team im Bereich Gesundheitswesen auf. Wir haben Leute eingestellt, um mehr Quant-Faktor Asset Management zu machen. Und wir haben für das Team, das sich um norwegische Aktien kümmert, Neueinstellungen vorgenommen.“

Institutionelle Kunden, deren Anlagegelder bis zu 70 Prozent des von DNB betreuten Anlagevolumens ausmachen, hatten die Bank mit Sitz in Oslo zum letzten Mal 2013 zum besten Anbieter von externer Vermögensverwaltung in Norwegen gewählt. Seit damals ging es nahezu in jedem Jahr im Ranking weiter nach unten. In der jüngsten Umfrage von TNS Sifo Prospera ist DNB hinter Nordea Bank, Alfred Berg Kapitalforvaltning, Storebrand und Danske Bank gerutscht. Berücksichtigt werden in der Erhebung das Ansehen des Marketing der Asset Manager, die Leistung der Vertriebsleute, die Gebührenstruktur sowie die Berichterstattung dazu, wie sich Investments entwickeln.

Varran zufolge war die Sparte zuletzt einigen Herausforderungen ausgesetzt. Dazu zählen der Abgang von Mitarbeitern, eine Fokussierung auf die private Vermögensverwaltung – was Ressourcen in Anspruch nahm – , sowie Schritte von Wettbewerbern, um die Berichterstattung an deren Kunden zu verbessern. „Der meiste Teil unseres Portfolios hat sich besser entwickelt als die Benchmarks, doch es gab Veränderungen in der Organisation“, sagt Varran. „Wenn es um die Berichterstattung geht, dann sind wir nicht mehr top. Wir haben bei der Berichterstattung eine lange, lange Zeit vorne gelegen. Doch unsere Konkurrenten haben sich stark verbessert.“

Die Rankings sind wichtig, da sich Banken zunehmend dem Asset Management zuwenden – als eine wenig kapitalintensive Art und Weise, Ertragswachstum zu generieren statt Kredite zu vergeben. Die Aufsichtsbehörden hatten mehrmals gewarnt, dass die Hypotheken-Schulden nicht tragfähig sind. Die Nachfrage nach Krediten aus der Wirtschaft ist indessen schwach. Inzwischen sammeln die privaten Haushalte mehr Vermögen an.

DNB steht auch vor einer Sammelklage des Norwegian Consumer Council. Der Vorwurf lautet, dass die Bank ihren Kunden Gebühren für die aktive Verwaltung von Vermögen in Rechnung gestellt habe, obwohl die Anlagen in Wirklichkeit eher Index-basiert gewesen seien. DNB zufolge gibt es keine Grundlage dafür, die Gebühren zurückzuzahlen.

Die sechs größten nordischen Banken, darunter auch DNB, verwalteten Ende März insgesamt umgerechnet rund 943 Milliarden Euro an Anlagegeldern. Das ist ein Anstieg von rund 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus Quartalsdaten der Gesellschaften hervorgeht, die in der letzten April-Woche veröffentlicht wurden. Enthalten sind auch Pensions-Sparpläne. „Wir wollen mit diesem Geschäft wachsen“, sagt Varran. „Das ist ein Markt mit viel Wettbewerb, aber es ist nun einmal ein wachsender Markt.“

Die Brutto-Kommissionen und Gebühren, die DNB mit dem Asset Management einnimmt, waren im ersten Quartal um fast neun Prozent auf 307 Millionen Kronen geschrumpft. Das Volumen der Anlagegelder von großen Unternehmen und institutionellen Kunden sank um 7,8 Prozent auf 189 Milliarden Kronen. „Es gibt harten Wettbewerb. Doch zu den größten Finanzinstituten Norwegens zu zählen, gibt uns einen sehr guten Ausgangspunkt, um wieder an die Spitze zu gelangen.“

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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