Auch ohne Deutsche Bank
Bauvorhaben am Great Barrier Reef soll weitergehen

Obwohl sich die Deutsche Bank aus der Finanzierung des Kohlehafens am Great Barrier Reef zurückzieht, scheint der Bau nicht gefährdet. Umweltaktivisten hatten protestiert – und werden von der Hafenbehörde kritisiert.
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Melbourne/FrankfurtDer weltgrößte Kohlehafen unweit des empfindlichen Great Barrier Reef in Australien wird offenbar trotz des Rückzugs wichtiger Banken gebaut. Die Pläne würden dadurch nicht beeinträchtigt, sagte ein Sprecher des verantwortlichen Gemeinschaftsunternehmens GVK-Hancock am Freitag. Die Deutsche Bank war auf Distanz zu dem Projekt gegangen. Naturschützer, Wissenschaftler und die Tourismus-Industrie protestieren seit Monaten dagegen, dass drei Millionen Tonnen Schlamm in das Meeresreservat gekippt werden, das zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Sie fallen bei der Vergrößerung des Abbot-Point-Hafens an.

Der erweiterte Hafen soll die Erschließung von Kohle im Volumen von 28 Milliarden US-Dollar ermöglichen und schafft nach Angaben der Betreibergesellschaft tausende Arbeitsplätze. Wann der Ausbau beginnen soll, ist allerdings noch unklar. Auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank am Donnerstag war das Projekt zur Sprache gekommen.

Auf die Frage von Umweltgruppen, inwiefern sich das Institut als Finanzierer beteiligt, erwiderte Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen: „Wir haben im vergangenen Jahr nur den Pächter beim Kauf des Geländes unterstützt, das vorher der australischen Regierung gehörte.“ Dabei bleibe es auch. „Wir unterstützen diese Aktivitäten so lange nicht, so lange die Regierung und die Unesco keinen Konsens über das weitere Vorgehen haben.“ Das scheine aber derzeit nicht der Fall zu sein. „Deshalb werden wir die Anfrage nicht weiterverfolgen.“

Die Deutsche Bank hat einen „Kulturwandel“ ausgerufen. Geschäfte, die den Ruf des Hauses ramponieren, werden nach offiziellem Bekunden nicht mehr gemacht. Das Hafen-Projekt nahe dem ökologisch sensiblen Great Barrier Reef dürfte zu dieser Kategorie zu gehören.

Umweltgruppen hatten in dieser Woche auch die französische Großbank Societe Generale zum Rückzug bewegen wollen, scheiterten damit aber auf der Hauptversammlung. Als nächstes wollen sie sich die britische Großbank HSBC vorknöpfen. Greenpeace appellierte an die führenden australischen Banken, sich ein Beispiel an der Deutschen Bank zu nehmen.

Eine Sprecherin der für den Hafenausbau zuständigen Behörde kritisierte das Vorgehen der Aktivisten dagegen aufs Schärfste. Sie schürten völlig unnötig Unsicherheit auf der Investorenseite, erklärte sie. Abbot Point soll für zwei Verladeterminals vertieft werden, über die GVK-Hancock und Adani Enterprises langfristig insgesamt 120 Millionen Tonnen Kohle im Jahr verschiffen wollen. Das 2300 Kilometer lange Barrier Reef ist eine der wichtigsten Touristenattraktionen Australiens.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Nach der Logik müsste man konsequenterweise jeden Hafen dieser Welt dichtmachen. Der Hafen ist über 50 KM vom Riff entfernt, da wo schon seit 30 Jahren ein Hafen ist.

  • Ein trauriges Beispiel für mangelnden Anstand und unendliche Gier in der Gesellschaft. Einige wenige entscheiden hier darüber der Menschheit für immer diesen herausragenden Flecken Erde zu nehmen und das nur weil "ein" Konzern Millarden an Gewinnen erwirtschaften kann. Die Auswirkungen auf das Ökosystem insgesamt lassen sich gar nicht fassen. Australien, für mich, keine Reise mehr wert.

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