Aufklärung Deutsche Bank: Neuer Zeitplan in Datenaffäre

Die Deutsche Bank will ihre Datenaffäre bis zum 10. Juli aufgeklärt haben. Das erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Bis dahin sollen die internen Ermittlungen der von ihr beauftragten Anwaltskanzlei abgeschlossen sein. Ende Mai hatte die Deutsche Bank mögliche Verstöße in der Konzernsicherheit eingeräumt und volle Aufklärung versprochen.
  • Sonia Shinde
Hat sich auf der letzten Hauptversammlung, wenige Tage nach Bekanntwerden der Affäre, an die Spitze der Aufklärung gestellt: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Quelle: Reuters

Hat sich auf der letzten Hauptversammlung, wenige Tage nach Bekanntwerden der Affäre, an die Spitze der Aufklärung gestellt: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.

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FRANKFURT. Die Deutsche Bank wollte den Termin weder dementieren noch bestätigen. Erste Antworten zur Affäre hatte das Institut bereits Mitte Juni bei der Datenschutzbeauftragten im Regierungspräsidium Darmstadt abgegeben. Seit zwei Wochen prüft Regierungsdirektorin Renate Hillenbrand-Beck das nur neun Seiten lange Dokument. Wann die Behörde damit fertig ist, vermochte dort bislang niemand zu sagen. "Die Prüfung dauert noch an", heißt es seitdem aus Darmstadt.

Die Deutsche Bank hatte Ende Mai mögliche Verstöße in der Konzernsicherheit eingeräumt. Dabei sollen unter anderen Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lamberti, ein Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sowie weitere Manager und deren Familienangehörige ausgespäht worden sein. Auch kritische Aktionäre sollen zu den Zielen gehört haben. Insgesamt handele es sich um weniger als zehn Personen. Der Schwerpunkt der Ermittlungen konzentriert sich laut Finanzkreisen auf das Jahr 2006. Der für Deutschland zuständige Sicherheitschef Rafael S. wurde im Zuge der Affäre beurlaubt.

Nach Informationen aus Finanzkreisen soll das Institut die Kanzlei Cleary Gottlieb mit der Aufarbeitung beauftragt haben. Einer der Schwerpunkte der Sozietät sind laut Homepage interne Untersuchungen. Cleary Gottlieb wollte sich dazu nicht äußern.

Parallel hatte die Finanzaufsicht BaFin eine Sonderprüfung angeordnet. Die Untersuchungen laufen ebenfalls seit Ende Mai, reichen aber bis in die 90er-Jahre zurück. Mit Ergebnissen wird erst nach dem 10. Juli gerechnet.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte sich auf der letzten Hauptversammlung, nur wenige Tage nach Bekanntwerden der Affäre, an die Spitze der Aufklärung gestellt und volle Aufklärung versprochen. Ein systematisches Fehlverhalten habe es aber nicht in der Bank gegeben, so Ackermann vor den Aktionären. Das Institut will erst die Sonderprüfung der BaFin abwarten, bevor es die Öffentlichkeit informiert. Zuletzt waren die Deutsche Bahn und die Telekom wegen Bespitzelungsaffären in die Kritik geraten.

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