Auflage der EU-Kommission
Sparkassen zahlen für die Rettung der BayernLB

Im jahrelangen Streit mit der EU-Kommission um die BayernLB ist eine wichtige Hürde genommen: Die 72 bayrischen Sparkassen werden sich mit 1,65 Milliarden Euro an der Rettung der Landesbank rückwirkend beteiligen.
  • 0

MünchenDie Sparkassen beteiligen sich rückwirkend mit 1,65 Milliarden Euro an der Rettung der von der Finanzkrise getroffenen BayernLB. 818 Millionen Euro davon würden auf den Kauf der Landesbausparkasse entfallen, teilte der Sparkassenverband im Freistaat am Donnerstag mit. Der Rest werde durch die Umwandlung Stiller Einlagen in hartes Kernkapital der BayernLB aufgebracht.

Mit dem Beschluss wird der Weg für einen Kompromiss im jahrelangen BayernLB-Zwist mit der EU-Kommission freigemacht. Die 72 Sparkassen in Bayern hätten die Maßnahmen bei einer Verbandsversammlung mit einer Mehrheit von über 90 Prozent abgesegnet, hieß es.

Die LBS soll Ende des Jahres von der Landesbank übernommen werden. Die Sparkassen sind ohnehin schon federführend für den Vertrieb verantwortlich. Durch die Kapitalerhöhung zugunsten der BayernLB wird auch die Beteiligung der Sparkassen wieder steigen. Die genaue Höhe ist aber noch unklar. Zuletzt war von 20 bis 25 Prozent die Rede. Derzeit sind es vier Prozent, vor der Finanzkrise waren es lange 50 Prozent.

Deutschlands zweitgrößte Landesbank wurde in der Finanzkrise mit zehn Milliarden Euro vor dem Kollaps bewahrt. Die Hilfen kamen damals allein vom Freistaat, während die Sparkassen als Miteigentümer geschont wurden. Daran störte sich die EU-Kommission. In dem sogenannten Beihilfeverfahren will Brüssel nun einen Ausgleich für die Wettbewerbsverzerrung durch die Staatshilfen festlegen. Hätten sich die Sparkassen verweigert, wäre wohl ein eigenes EU-Verfahren gegen sie eingeleitet worden.

Die BayernLB wird, wenn es nun tatsächlich zu einer Einigung mit Brüssel kommt, ihre Größe gegenüber der Zeit vor der Finanzkrise halbieren. Neben der LBS muss sie noch die Wohnungsgesellschaft GBW und die defizitäre Ungarn-Tochter MKB abstoßen. Von den Rettungshilfen soll die BayernLB fünf Milliarden Euro an das Land zurückzahlen. Angestrebt wird dies in den nächsten fünf bis sieben Jahren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Auflage der EU-Kommission: Sparkassen zahlen für die Rettung der BayernLB"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%