Auflagen aus Brüssel zwingen zum Verkauf: Bankgesellschaft Berlin zieht Interesse auf sich

Auflagen aus Brüssel zwingen zum Verkauf
Bankgesellschaft Berlin zieht Interesse auf sich

Unter Vorstandschef Hans-Jörg Vetter ist die Bankgesellschaft Berlin AG aus den Schlagzeilen gekommen. Das einst skandalumwitterte Institut, das nur mit einer Milliardenspritze des Landes 2002 überlebte, schreibt wieder Gewinne. Doch „Business as usual“ wird es für die börsennotierte Gesellschaft, die zu 81 Prozent der Stadt Berlin gehört, auch in den kommenden Jahren nicht geben.

Dafür werden schon die Beteiligungen sorgen, von denen sich die Bankgesellschaft trennen muss. Und schließlich steht der Konzern Ende 2007 selbst zum Verkauf. Die Branche aus dem In- und Ausland hat bereits starkes Interesse signalisiert.

Die EU-Kommission genehmigte Finanzhilfen des Landes in Höhe von 1,75 Mrd. Euro und die 21,6 Mrd. Euro schwere Bürgschaft für Risiken aus dem alten Immobiliendienstleistungsgeschäft nur unter Auflagen. So muss sich die Bankgesellschaft von der Weberbank KGaA und der Berliner Bank trennen. Spätestens 2007 steht auch eine „Privatisierung“ der Bankgesellschaft an. Zuvor will Vetter die Bankgesellschaft, die Landesbank und die Berliner Sparkasse zu einem einzelnen Institut gemäß Kreditwesengesetz schmieden. Eine Namensgebung für das neue Institut steht noch aus. Die Maßnahmen sollen die Transparenz für Investoren erhöhen.

Vetter spricht sich zudem dafür aus, die Bankgesellschaft 2007 im Verbund mit der ebenfalls börsennotierten Berlin-Hannoverschen Hypothekenbank AG (Berlin Hyp) zu veräußern. Das Institut ist mit 90 Prozent an der Berlin Hyp beteiligt. Doch zunächst steht die Weberbank auf dem Verkaufsprogramm. Zwar hat Sal. Oppenheim nach der Übernahme der BHF Bank einen Rückzieher gemacht, doch mit der WestLB steht ein anderer Interessent in der Öffentlichkeit. Erst ab einem Verkaufspreis überhalb von 300 Mill. Euro kann die Bankgesellschaft außerordentliche Erträge verbuchen.

Bereits vor einem Jahr haben die US-Investoren Christopher Flowers und David Bonderman von der Texas Pacific Group Interesse an der Berliner Bank signalisiert. Nachgelegt hat vor wenigen Wochen der Chef der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam, Walter Schubert. Er wolle gemeinsam mit der Volksbank Berlin die Berliner Bank übernehmen, sagte Schubert. Beide Institute sind bereit, mehrere 100 Mill. Euro zu zahlen.

Da kann sich Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin entspannt zurücklegen. Mit den Erlösen für die Töchter wird die Bankgesellschaft gestärkt. Abgesehen davon zeichnet sich für den Bankkonzern ein heftiger Bieterwettbewerb ab. Während das öffentlich-rechtliche Lager die Sparkasse Berlin unbedingt im Verbund halten will, können sich die privaten Banken nicht die Chance entgehen lassen, eine Sparkasse in der Hauptstadt mit überragendem Anteil im Privat- und Firmenkundengeschäft zu erwerben. Ausländische Banken verfügten mit einem Kauf auf Anhieb über eine starke Präsenz.

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