Aufsichtsratschef
Achleitner lobt Deutsche-Bank-Vorstände

„Anshu Jain und Jürgen Fitschen sind das richtige Team“: Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner stellt sich hinter die Co-Vorstandschefs des Geldinstituts. Das Unternehmen brauche aber Zeit für den Wandel.
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DüsseldorfAufsichtsratschef Paul Achleitner hat den beiden Co-Chefs der Deutschen Bank in einem Interview mit der WirtschaftsWoche den Rücken gestärkt. „Meine Kollegen im Aufsichtsrat und ich haben uns mit allen derzeit bekannten Themen früh beschäftigt und sind deshalb überzeugt, dass Anshu Jain und Jürgen Fitschen das richtige Team sind, um die Dinge im Sinne der Bank voranzutreiben“, sagte er. „An der Spitze der Bank stehen Persönlichkeiten, die unter den alten Spielregeln korrekt gehandelt haben und erfolgreich waren, aber wissen, wie fundamental sich die Regeln verändert haben und dafür sorgen, dass sich die Bank entsprechend anpasst.“

Achleitner bekräftigte gegenüber der WirtschaftsWoche, dass kein Vorstand in die versuchte Manipulation von Referenzzinsen verwickelt sei. Möglichen Verdachtsmomenten auf Manipulationen des Goldpreises oder von Devisenkursen werde die Bank konsequent nachgehen. „Die Bank hat ein ureigenes Interesse daran, Prozesse kontinuierlich zu überprüfen. Wenn es Hinwiese auf Fehlverhalten gibt, leiten wir Untersuchungen ein, um Fehlverhalten aufzudecken und auch zu bestrafen.“


Die Bank werde noch einige Zeit benötigen, um die Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten. „Viele Fehlentwicklungen haben Wurzeln, die Jahrzehnte zurückreichen. Das lässt sich nicht in wenigen Monaten korrigieren“, so Achleitner. „Sie können nicht einen Schalter umlegen, und dann laufen die Dinge ab sofort anders. Die Bank braucht Zeit für den Wandel.“ Aber es habe sich schon viel getan. „Die Bank hat ihr Vergütungssystem komplett überarbeitet, Kontrollen ausgebaut, Geschäftsbeziehungen überprüft.“

Gleichzeitig äußerte Achleitner Verständnis an der jüngsten Bankenkritik. „Die Skepsis ist nachvollziehbar und verständlich. Unsere Branche hat über Jahrzehnte erklärt, dass sie am besten funktioniert, wenn es möglichst wenige Regeln gibt. Als sie dann den Wagen an die Wand gefahren hatte, musste der Staat zur Rettung einspringen“, sagte Achleitner selbstkritisch. „Das hat das Vertrauen zutiefst erschüttert. Emotionen wie Ärger, Frust und Wut dürfen einem rationalen Dialog aber nicht im Wege stehen. Ohne ein stabiles Finanzsystem gibt es keine stabile Gesellschaft.“

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Aufsichtsratschef: Achleitner lobt Deutsche-Bank-Vorstände"

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  • Ja, sie werden die Geschäfte weiter führen "im Sinne der Bank", vielleicht etwas dezenter, aber wie immer. Fitschen hat auch allen Grund, sich über Regulierungsmaßnahmen zu beschweren (Duell mit Schäuble). Diese Beiden haben nichts, aber auch gar nichts gelernt aus der Vergangenheit. Und Achleitner, von dem ich bisher viel gehalten habe, haben Sie offensichtlich nun auch mit im Boot!

  • Tja, bei den "Aufsichtsratsgehältern" kein Wunder.
    Für wen ist denn der Aufsichtsrat da?
    Für die Aktionäre oder wen oder was ?

    Der Aktienkurs im Keller und was ist mit einer Dividende?
    Und da lobt dieser Hans..... t den Vorstand? Das ist doch ein Witz!

  • lol, diese Fehlentwicklungen stammen eben nicht nur aus früheren Jahrzehnten, sondern aus der Zeit als diese deutsche Bank ihre Finger überall reingesteckt hat, wo diese besser rausgeblieben wären.
    Diese Bank lebt nach dem Motto, wir haben soviele Schulden, wir dürfen nicht pleite gehen.

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