Aufsichtsratssitzung
Commerzbank streicht zwei Vorstandsposten

Die gebeutelte Commerzbank will den Vorstand verkleinern. Der Aufsichtsrat will in der nächsten Woche offenbar die beiden Vorstände der internen „Bad Bank“ abberufen. Auch Bereichsvorstände müssen zittern.
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FrankfurtDer Aufsichtsrat der Commerzbank soll am kommenden Mittwoch über die Abberufung von zwei Vorstandsmitgliedern entscheiden. Die beiden für die Abwicklungsbank zuständigen Manager Jochen Klösges und Ulrich Sieber sollen ihre Posten verlieren, erfuhr das Handelsblatt von mehreren mit dem Vorgang vertrauten Personen. „Dahinter steht die Logik, dass der Abbau der Altlasten schneller als gedacht voranschreitet“, hieß es in Aufsichtsratskreisen. Die Bank wollte die Informationen nicht kommentieren.

Die Commerzbank hat die Abberufung von zwei Vorständen kurzfristig auf die Tagesordnung der nächsten Aufsichtsratssitzung am 7. August gesetzt. Klösges und Sieber steht eine Abfindung zu: Ihre Vorstandsverträge enden erst 2017.

Die Bank hatte vor wenigen Wochen den Abbau von 5200 Stellen angekündigt. Nun soll auch die Führungsspitze verkleinert werden. „Mit neun Mitgliedern ist der Commerzbank-Vorstand eher üppig besetzt“, räumte ein hochrangiger Bankmanager ein. Die ungleich größere Deutsche Bank kommt mit sieben Vorständen aus. Das wird auch die zweite Führungsebene treffen: Das Institut denkt auch darüber nach, die Zahl der Zahl der derzeit noch 51 Bereichsvorstände zu verkleinern. Darunter sind vier Frauen.

„Es ist klar, dass man für eine so stark geschrumpfte Bank weniger Manager braucht - zumal, wenn gleichzeitig mehr als 5000 Stellen an der Basis abgebaut werden“, hatte ein Insider Reuters vergangene Woche gesagt.

Ein erster Versuch von Vorstandschef Martin Blessing, den Vorstand nach der Fusion mit der Dresdner Bank vor fünf Jahren zu verkleinern, war vor einem Jahr gescheitert. Nach der Entscheidung, das Immobilien- und das Schiffsfinanzierungsgeschäft einzustellen, sollte bereits der dafür im Vorstand zuständige Klösges gehen. Doch das Bundesfinanzministerium hatte Aufsichtsratskreisen zufolge sein Veto eingelegt, weil die Auszahlung seines gerade erst bis 2017 verlängerten Vertrages oder eine Millionen-Abfindung nicht in die politische Landschaft passte. Doch inzwischen hält der Staat mit 17 Prozent keine Sperrminorität mehr, sein Einfluss ist begrenzt. Bankchef Blessing nannte ihn einen „ganz normalen Großaktionär“.

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  • Dann sollte der AR Müller mal bei seinem Günstling Blessing anfangen. Das kriegt man den größten positiven Effekt!

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