Ausbau in Schwellenländern: Münchener Rück setzt auf Geschäft mit der Krankheit

Ausbau in Schwellenländern
Münchener Rück setzt auf Geschäft mit der Krankheit

Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft will ihr Krankenversicherungs-Geschäft stärken. Das größte Potenzial sieht die Gesellschaft in den Schwellenländern, wo häufig neue Krankenversicherungsstrukturen entstehen. Besonders in China finden Krankenversicherer zurzeit einen riesigen Markt.

DÜSSELDORF. „Wir haben da strategische Ambitionen“, sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek gestern bei einer Telefonkonferenz. Künftig wird der größte Rückversicherer das Segment separat neben dem Leben- sowie dem Schaden- und Unfallgeschäft betreiben. Potenzial sehen die Münchener insbesondere in den Emerging Markets, wo häufig neue Krankenversicherungsstrukturen entstehen. Aktiv ist das Unternehmen bereits in China beim Ausbau der Krankenversicherung. Dort ist die Kölner Tochter DKV – die Nummer eins in Europa – am staatlichen Versicherer PICC mit 19 Prozent beteiligt. Tätig sind die Münchener auch in Abu Dhabi. Zudem arbeitet die Münchener Rück nach Handelsblatt-Informationen an einer Kooperation für das Krankenversicherungsgeschäft in Indien. Die Münchener sehen sich dabei in verschiedenen Rollen, als Berater und Produktanbieter und -verkäufer.

Die Münchener Rück spricht auf Grund ihrer Rück- und Erstversicherungstätigkeiten von „weltweit einzigartigen Wissenssynergien“, auch in der privaten Krankenversicherung. Dabei hat Vorstandschef Nikolaus von Bomhard „keine Berührungsängste mit staatlichen Gesundheitssystemen“. Dies zeigt das Beispiel China, wo die DKV bei der Entwicklung ergänzender Versicherungsprodukte zur löchrigen staatlichen Krankenversicherung hilft.

„Gute Chancen“ sieht Konrad Becker, Versicherungsanalyst bei der Privatbank Merck & Finck, für die Pläne. „Allerdings müsse man erst die konkreten Ergebnisse abwarten“, schränkt er ein. Schließlich interessierten sich für den Gesundheitsmarkt viele weitere internationale Finanzdienstleister wie AIG und ING.

Zudem müssen die Münchener aufpassen, dass sie nicht Interessenkonflikte mit Erstversichererungskunden geraten. Keinesfalls dürfe der Eindruck entstehen, man nutze Informationen aus seinen Kundenkontakten für die Aktivität des eigenen Erstversicherers, sagte ein Manager der Münchener Rück. Das Geschäft der Rückversicherer ist die Absicherung „normaler“ Versicherer (Erstversicherer) gegen große Schäden, die Münchener Rück ist über ihre Holding Ergo und zahlreiche Tochtergesellschaften, darunter die DKV, daneben aber selbst auch Konkurrentin im Erstversicherungsmarkt.

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