Ausblick 2009: Investmentbanken erwarten nur wenige Fusionen

Ausblick 2009
Investmentbanken erwarten nur wenige Fusionen

In Krisenzeiten sind größere Übernahmen und Fusionen selten. Das betrifft vor allem die Investmentbanken. Sie machen sonst ordentliche Gewinne mit der Beratung rund um Übernahmen. Die Investmentbanken gehen auch in Zukunft davon aus, dass auch 2009 ein Jahr mit wenigen Übernahmen sein dürfte.

HB FRANKFURT. Investmentbanken stellen sich 2009 auf eine weitere Verschlechterung im Geschäft mit der Fusionsberatung ein. "Die Vorzeichen sind klar negativ", sagte Dirk Albersmeier, der bei der US-Bank JP Morgan das M&A-Beratungsgeschäft in Deutschland leitet. Hauptgrund seien die sinkenden Bewertungen, die auch die Volumina von Übernahmen in den Keller trieben. Zudem klafften die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern noch immer weit auseinander.

Und auch bei den krisengeplagten Finanzinvestoren - früher sehr aktiven Firmenjägern - sei kurzfristig kein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, sagte Albersmeier am Montag. Die Bank erwartet daher für Deutschland in diesem Jahr einen Rückgang der Fusionsaktivität um mindestens 20 Prozent nach einem Minus von einem Drittel 2008. JP Morgan gehört zu den größten Fusionsberatern hierzulande.

Auch die Schweizer Credit Suisse spricht von einer deutlichen Zurückhaltung der Käufer am Markt wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit. Zudem müssten sich viele Firmen nach größeren schuldenfinanzierten Übernahmen nun refinanzieren, was im aktuellen Umfeld schwierig sei.

Ein Beispiel hierfür ist der Baustoffkonzern HeidelbergCement. "Auch das ist ein Negativfaktor, der Unternehmen von neuen Akquisitionen abhält", sagte Ken Fritz, der das Fusionsberatungsgeschäft der Schweizer Großbank in Deutschland leitet. Er rechnet in diesem Jahr mit einem Rückgang des Übernahmevolumens von 30 Prozent. Ohne einzelne Notverkäufe könnte das Minus sogar noch deutlich höher ausfallen. Wegen der Rezession müssen einige Firmen Geschäftsteile verkaufen, um an dringend benötigtes Eigenkapital zu kommen.

Angesichts der Flaute bei der Fusionsberatung setzen die Investmentbanken nun verstärkt auf die Schuldenberatung als alternative Erlösquelle. "2009 wird für viele Unternehmen wirtschaftlich sehr schwierig", sagte Karl-Georg Altenburg, Deutschland-Chef von JP Morgan. Das Schuldenmanagement werde daher zur zentralen Herausforderung. "Es geht jetzt darum, dass sich Firmen für eine Verschärfung der Krise sturmfest machen", betonte der Investmentbanker. Je früher Unternehmen ihre Schuldensituation verbesserten, desto weniger anfällig seien sie. Auch andere Investmentbanken erwarten in diesem Jahr eine boomende Schuldenberatung und hoffen darauf, wegbrechende Erträge in anderen Bereichen kompensieren zu können.

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