Ausfallrisiko steigt
Schwächelndes China macht deutschen Kreditversicherern Sorgen

Deutschen Unternehmen, die nach China exportieren, macht die schwächelnde Konjunktur der Asiaten zu schaffen – das bekommen auch deutsche Kreditversicherer zu spüren. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

KölnDie wirtschaftliche Schwäche in vielen Schwellenländern und vor allem in China bekommen auch die deutschen Kreditversicherer zu spüren. Exportierende Unternehmen müssten immer länger darauf warten, dass chinesische Abnehmer ihre Rechnungen bezahlten. „Auch die Zahl der Zahlungsausfälle nimmt zu. Mehr und mehr Unternehmen gehen insolvent“, sagte der Vorsitzende der Kommission Kreditversicherung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Thomas Langen, am Mittwoch in Köln.

Die Volksrepublik ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für deutsche Unternehmen, insbesondere für die Automobil- und Stahlbranche. Nach Einschätzung des GDV dürfte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2015 in China um 25 Prozent steigen, für 2016 erwartet der Verband einen weiterer Anstieg um 20 Prozent.

China ist dabei nicht das einzige Land, dessen Wirtschaft schwächelt und der deutschen Exportwirtschaft zu schaffen macht. „Auch Russland treibt uns weiter um“, sagte Langen. Der Konflikt mit der Ukraine sei nicht gelöst, Sanktionen bestünden weiterhin, zudem belaste der sinkende Ölpreis die russische Wirtschaft. Der GDV rechnet damit, dass die Exporte aus Deutschland nach Russland in diesem Jahr um 30 Prozent zurückgehen werden.

Die Zahl der Insolvenzen dürfte in Russland hingegen um 30 Prozent zulegen, 2016 sei dann ein Anstieg um weitere vier Prozent zu erwarten, prognostiziert Langen.

Insgesamt trügen die Kreditversicherer derzeit für ihre Kunden Ausfallrisiken in erneut gestiegener Höhe: Das Deckungsvolumen habe zum Ende des dritten Quartals 2015 bei knapp 430 Milliarden Euro gelegen, ein Plus von 0,7 Prozent zum Vorjahreszeitpunkt. Zugleich schrumpfte der Schadenaufwand in den ersten neun Monaten um 3,9 Prozent auf 402 Millionen Euro.

Als Grund führte Langen den Rückgang der Insolvenzen in Deutschland an. Zudem seien große Pleiten in diesem Jahr weitgehend ausgeblieben, erklärte er. Eine größere Belastung für die Branche habe es mit 58 Millionen Euro nur durch die Insolvenz des Bautechnik-Konzerns Imtech gegeben, die Pleite des Fahrradbauers Kettler habe einen Schaden von 2,4 Millionen Euro verursacht.

Der GDV geht davon aus, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland in diesem Jahr um drei Prozent auf rund 23.400 sinken wird. Das wäre der niedrigste Stand seit 1995. Für das kommende Jahr erwartet der Verband einen weiteren Rückgang um zwei Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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