Ausreichend Eigenkapital Commerzbank probt den Befreiungsschlag

Die Commerzbank steht vor einem wahren Befreiungsschlag: Die angeschlagene Bank bekommt noch mehr als das geforderte zusätzliche Eigenkapital von 5,3 Milliarden Euro zusammen. Das vierte Quartal lief glänzend.
Update: 19.01.2012 - 11:34 Uhr 23 Kommentare
Offenbar wird doch noch alles gut in der Commerzbank-Zentrale - auch ohne Staatshilfe. Quelle: Reuters

Offenbar wird doch noch alles gut in der Commerzbank-Zentrale - auch ohne Staatshilfe.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie Commerzbank rechnet damit, ihre Eigenkapital-Lücke von 5,3 Milliarden Euro rechtzeitig aus eigener Kraft schließen zu können. Mit einem Maßnahmenpaket könne die Kernkapital-Decke bis Ende Juni sogar um 6,3 Milliarden Euro aufgebessert werden, erklärte Vorstandschef Martin Blessing am Donnerstag in Frankfurt.

Knapp 60 Prozent des Lochs habe die Commerzbank schon Ende 2011 geschlossen, unter anderem durch einen Gewinn im vierten Quartal von 1,2 Milliarden Euro. Allein schon die bisher nicht bekannten Zahlen für die letzten drei Monate des Jahres kamen an der Börse sehr gut an. Die Aktie stieg um zwischenzeitlich mehr 15 Prozent.

„Mit den eingeleiteten Maßnahmen haben wir bereits zum Jahresende 2011 knapp 60 Prozent der Eba-Kapitalanforderung erfüllt“, sagte Blessing. Insgesamt werde die Commerzbank eine Kernkapitalquote von
elf Prozent erreichen und damit die Forderung von neun Prozent übertreffen.

Hilfreich ist dabei auch eine recht spezielle Maßnahme des Instituts: Ein Großteil der außertariflich beschäftigten Mitarbeiter kann sich die individuellen variablen Vergütungsansprüche für das Jahr 2011 in Aktien umwandeln lassen. Das Eigenkapital könnte so um bis zu 250 Millionen Euro steigen.

Zudem sorgte eine weitere Mitteilung für Beruhigung: Im vierten Quartal hat die Commerzbank keine weiteren potenziellen Wertkorrekturen auf das Portfolio griechischer Staatsanleihen vornehmen müssen. Dieses war in den Vorquartalen auf 48 Prozent des Nominalwertes korrigiert worden. Weitere Griechenland-Abschreibungen hat die Commerzbank in ihren Plänen nicht vorgesehen.

Auf weitere 1,2 Milliarden Euro hofft die Bank in den ersten beiden Quartalen 2012, was durchaus ambitioniert ist. Die Risikoaktiva (RWA) seien bereits um 17 Milliarden Euro reduziert worden, was den Kapitalbedarf um weitere 1,6 Milliarden Euro gesenkt habe. Eine Umwandlung der 750 Millionen Euro großen Stillen Einlage der Allianz ist vorerst nicht Teil des Plans. Auch Staatshilfe brauche die Bank nicht, bekräftigte Finanzchef Eric Strutz.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Geschäft der Eurohypo stutzen?
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

23 Kommentare zu "Ausreichend Eigenkapital: Commerzbank probt den Befreiungsschlag"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Stückzahlen der Coba- Aktien regulieren sich gesund.
    Zudem hat sich die Commerzbank auf die veränderte Marktsituation schon eingestellt, was die Deutsche Bank noch vor sich haben sollte. Die Commerzbank und die Deutsche Bank werden nahezu gleichgewichtig.

    Während die Commerzbank durch das tiefe Tal geschritten ist, wird bei der Deutschen Bank das Vertrauen noch vorgegaukelt. Der Deutschen Bank blüht ein ähnliches Schicksal, wie das der Coba. Die Aktien der Deutschen Bank werden an Wert radikal verlieren.

    Mit anderen Worten, die Anleger werden ihre Aktien von der Deutschen Bank auf die Commerzbank umschichten. Die permanente Nachfrage lässt den Wert der Coba- Aktien langfristig immens ansteigen. Das Ziel von 25,- Euro ist absolut realistisch, möglicherweise auch darüber hinaus.

  • Eine Anmerkung... bei einem Kurs von ca. 30 EUR waren es auch deutlich weniger Aktien... wenn man Ihre Prognose bei der aktuell in Umlauf befindlichen Aktienanzahl umrechnet, käme die CB dann auf einen Marktwert von über 120 Mrd. EUR... das ist wohl etwas abwegig...

  • ...bitte nicht vergessen: das Erinnerungsvermögen der Kunden schwindet nach einiger Zeit...

  • ...vielleicht ist er ja Bauunternehmer... ;-)

  • Gewinn des vierten Quartals 2011 in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro (inkl. einmaliger Ergebnisbeitrag aus dem Rückkauf hybrider Eigenmittelinstrumente in Höhe von 735 Millionen Euro) = fast 500 Mio. EUR Gewinn trotz Reduzierung der Risikoaktiva (RWA) um 17 Milliarden Euro (= Verkauf von Risikoaktiva wahrscheinlich unter Verlusten angesichts der Marktsituation/Krise)!!! Das operative Geschaeft muss wohl praechtig gelaufen sein... Und ob es der EBA passt oder nicht - die 3 Milliarden sind schon in trockenen Tuechern, der Rest duerfte dann auch kein grosses Problem mehr werden, zumal die Commerzbank da noch 750 Mio. EUR "Spielraum" (Umwandlung Allianz-Einlage) hat...

  • Kurzfristige Bilanztricks, nicht nachhaltig. Man sollte nicht vergessen, dass viele Kunden durch die Hybridanleihen der Commerzbank sehr viel Geld verloren haben. Wer auf das Rückkaufangebot der Commerzbank eingegangen ist, hat teilweise mehr als 50 Prozent Verlust gemacht. Viele Kunden werden sich wahrscheinlich gedacht haben lieber ein " Ende mit Schrecken ..." und haben verkauft.

    Ich sehe nicht, wie die Commerzbank das zerstörte Kundenvertrauen wieder gewinnen kann, dafür haben sie ihren Kunden zu viele Verluste beschert.

  • Es gibt durchaus Banken, die bereits die EBA Anforderungen erfüllen. Spontan fällt mir die Santander ein.

    Grundsätzlich ist Ihr Einwand berechtigt. Allerdings sehe ich bei der CoBa doch einige Probleme von Erfolgsstory zu sprechen (u.a. wegen der EuroHypo).

  • Die Commerzbank kommt ohne Hilfe aus

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Commerzbank die Kurve kriegt.
    Die Commerzbank wird ihre Kernaktivitäten weiter ausbauen um ihre Position im deutschen Markt zu festigen. Die Commerzbank hatte in den ersten 9 Monaten 2011 ganze 3 Mrd. Euro vor Steuern verdient. Davon wurden 2,6 Mrd. Euro Staatsanleihen der der europäischen Peripherieländer wie Griechenland abgeschrieben. 2012 wird die Commerzbank die fehlende Kapitallücke schließen.

    Die Commerzbank wird als systemrelevant eingestuft, was wiederum für Sicherheit bei der Commerzbank sorgt. Immerhin hält der Bund 25% der Commerzbankaktien. Langfristig sehe ich die Aktie der Commerzbank auf 25 Euro steigen. Der Aktienwert spiegelt den Zustand eines Unternehmens sehr genau wieder.

    Am 22.03.2000 ging es der Commerzbank sehr gut, der Aktienwert der Commerzbank lag bei 35,44 Euro. Danach knickte die Aktie ein.
    Am 09.05.2007 stieg diese Aktie wieder bis auf 30,02 Euro hoch. Den traurigen Tiefstand erlebte diese Aktie am 22.11.2011 mit einem kläglichen Aktienwert von nur 1,15 Euro. In dieser Zeit fielen die gewaltigen Abschreibungen. Für die Commerzbank geht die Sonne am Horizont auf.

    Wie ich vom Vorstand der Commerzbank erfahren habe, sehe ich ebenfalls keine Notwendigkeit für eine staatliche Unterstützung. Die Commerzbank wird die Kapitallücke allein ohne staatliche Hilfe darüber hinaus locker schließen können.

  • Dafür, dass ich nicht mehr alle Latten am Zaun habe ist die Rendite mit 9,5% nach Steuern, innerhalb eines Monats, nicht schlecht, finden Sie nicht auch ?

  • Falsch ist aber auch - Risiken einfach wegzudiskutieren , Hirn abzuschalten und nur optimistisches Profitdenken zu haben: --->>> genau so kam es zu 2008 !

    Ähnlich war es auch schon in Fukushima , bei den noch laufenden Tiergroßversuchen mit Antibiotika usw . Wird schon gut gehen...

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%