Riesen-Provisionen

Maschmeyer will nichts wissen

Carsten Maschmeyer hat erstmals in einem Prozess gegen den Finanzdienstleister AWD als Zeuge ausgesagt. Der AWD-Gründer sagte, er könne sich an strittige Provisionszahlungen nicht erinnern.
Update: 10.07.2012 - 20:02 Uhr 13 Kommentare
Carsten Maschmeyer hat als Zeuge in Köln ausgesagt. Quelle: dpa

Carsten Maschmeyer hat als Zeuge in Köln ausgesagt.

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Köln/HannoverIn der Prozessflut gegen den Finanzdienstleister AWD hat erstmals Firmengründer Carsten Maschmeyer ausgesagt. Der Ex-Unternehmenschef sei am Dienstag Zeuge in einem Zivilverfahren am Oberlandesgericht Köln gewesen, bestätigten eine Gerichtssprecherin und eine Sprecherin Maschmeyers. Der Radiosender NDR Info hatte darüber berichtet. In Niedersachsen gehen die juristischen Auseinandersetzungen um die Vorwürfe von Anlegern am Mittwoch in eine weitere Runde.

In Köln gibt es 16 Klagen gegen den AWD, eine Fonds- sowie eine Treuhandgesellschaft. Es geht um möglicherweise überhöhte Provisionen beim Immobilienfonds „Fundus 28“. Auf die Frage nach den strittigen Zahlungen habe Maschmeyer geantwortet, er könne sich nicht erinnern. „Er sei nur in Einzelfällen über die Provisionen von Mitarbeitern unterrichtet gewesen“, zitierte die Gerichtssprecherin den Kern der Aussage.

Maschmeyers Sprecherin erklärte, der Firmengründer habe ausgesagt, dass die Provisionen seiner Erinnerung nach unter 15 Prozent gelegen hätten. Vor Gericht habe Maschmeyer gesagt, er könnte sich sicher daran erinnern, wenn ihm überproportionale Steigerungen mitgeteilt worden wären.

Das Urteil in dem Berufungsverfahren wird am 30. August erwartet. Die Streitsumme liegt nach Gerichtsangaben bei rund 750 000 Euro. Vor dem Auslaufen einer Verjährungsfrist hatten zum Jahresende 2011 viele Ex-Anleger Klagen gegen den AWD gestartet.

Das Unternehmen, das inzwischen zum Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life gehört, wies darauf hin, dass neben seinem früheren Chef weitere Zeugen vor der zuständigen Kammer in Köln aussagten. Sowohl die Verantwortlichen von Fundus als auch der damalige Produktgeschäftsführer von AWD Deutschland hätten bestätigt, dass die Beraterprovisionen nicht über 15 Prozent lagen. „Wir gehen davon aus, dass die Berufungen hier zurückgewiesen werden“, hieß es.

Vor dem Landgericht Hannover geht der Streit um Risikoaufklärung und Provisionshöhen am Mittwoch in einem anderen Prozess weiter. Erwartet wird hier zunächst aber nur eine Entscheidung darüber, ob eine Beweisaufnahme nötig ist. Zu einem Auftritt Maschmeyers dürfte es nach Auskunft des Landgerichts deshalb noch nicht kommen.

  • dpa
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13 Kommentare zu "Aussage vor Gericht: Maschmeyer will von Riesen-Provisionen nichts wissen"

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  • Es ist schon sehr erstaunlich, dass solche Leute, die dann bei dem Verkauf solcher Produkte wissen, was diese so einbringen, vor Gericht dann Wissenslücken aufweisen. Da gibt es sogar Vermögensberater, denen es nicht anders geht und am Ende ist der Leidtragende immer der ehrliche Sparer, der durch dieses Strukturvertriebesystem immer den Nachteil hat, da viele Strukkis nur an das große Geld und ihre Karriere denken und der Kunde auf der Strecke bleibt.

    Es gibt so viele negativen Erfahrungsberichte über die Strukturvertriebe, die über Google zu finden sind, sei es das Thema "Umdeckung", bei Riester oder der Berufsunfähigkeitsversicherung wird dies häufig durchgeführt, oder "Hohe Abschlusskosten und Provisionen", dass es einem schwindelig wird. Das einzig richtige, was die Menschen heut zu Tage machen können ist, sich ausgiebig selbst um ihre Finanzen zu kümmern und Wissen aneignen damit sie nie wieder in so eine Situation geraten.

  • Aalglatt und eiskalt...

  • Jeder der sich im CM-Kreis befindet, an dem klebt Dreck.

  • Mit solider Hände Arbeit kann man in diesem Land nur einen bescheidenen Wohlstand erreichen!
    Was liegt da wohl dann näher, sich damit zu beschäftigen, andere Leute zu betrügen?
    Banker, Finanzberater u. Heiratsschwindler sind Maden im Speck der Gesellschaft, die gehören enteignet!

  • Der Typ kann sich alles kaufen: Politiker, Journalisten, Frauen, PR, ein neues Botox-Gesicht ...
    nur eines nicht: Respekt.

  • http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/standpunkt-298-nachrichten-ticker-0807.html

    Der Ökonomiker - alles zu Riester - lesen

  • Komm Maschi,sag es endlich: Du bist Dyslektiker, der wenigstens vom Ficken etwas versteht!
    Das wenigstens wäre nachvollziehbar.

  • Der hält sie doch gerne aus, denn er ist ein typischer Freiertyp. Steht halt auf Omas, denen hat er ja auch das Geld geklaut.

  • Warum nur bekomm ich immer das Gefühl dass ich gleich kotzen muss,
    wenn ich dem sein Foto irgendwo sehe ?

    Da sieht man mal mit wem sich die Politiker so zeigen bzw. um gehen.

    "Sage mir mit wem du um gehst und ich sage dir wer du bist."

    Übrigens bei Politiker wird mir immer auch gleich übel."

  • Maschmeyer sitzt erst bei Schröder Putin und Merkel und dann im Knast. Schneeballsysteme mit Drückerkolonnen wie beim AWD sind allseits erlaubt, seit dem ESM. Aber eigentlich hat er schon die Höchstrafe, er muss die Ferres aushalten.

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