Ausschüttungen Ostdeutsche Kommunen können nicht auf viel Sparkassen-Geld hoffen

Die ostdeutschen Sparkassen stimmen Gemeinden und Zweckverbände auf schlechtere Zeiten ein. Denn die Institute wollen ihr Geld zusammenhalten.
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Ost-Sparkassen: Wenig Hoffnung auf Ausschüttungen Quelle: dpa
Sparkasse

Statistisch gesehen besucht jeder Sparkassenkunde „seine Filiale“ einmal im Jahr. Gleichzeitig nutzt er über hundert Mal die Sparkassen-App.

(Foto: dpa)

Berlin Die 45 ostdeutschen Sparkassen stimmen Kommunen und Zweckverbände auf schlechtere Zeiten ein. „Ausschüttungen an die Träger werden wegen der gestiegenen Anforderungen an die Kapitalquoten schwerer zu realisieren sein“, sagte der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV), Michael Ermrich, am Dienstag bei Vorlage der der Bilanzzahlen.

Maßgeblich macht Ermrich dafür die individuellen Kapitalpuffer für die Banken verantwortlich, die die Finanzaufsicht je nach Risikosituation des Instituts festlegen kann. Die Höhe dieses Puffers wird im Rahmen des Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (SREP) festgestellt. Eine Hochrechnung des Verbands zeigt, dass die im Jahr 2019 einzuhaltenden vorgeschriebenen Mindest-Eigenmittel von 10,5 Prozent oder 5,6 Milliarden Euro auf 14,7 Prozent oder 7,8 Milliarden Euro steigen werden.

„Die Sparkassen müssen 2,2 Milliarden Euro mehr ihres Eigenkapitals zur Erfüllung der Anforderungen der Aufsicht blocken, ohne dass sich materiell etwas bei ihnen geändert hat“, schimpft Ermrich.

Zwar würden alle OSV-Mitglieder die neuen aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllen, doch die geschäftspolitischen Spielräume würden sich verringern. „Bekanntlich können Sparkassen Eigenkapital nicht aus der Luft schöpfen“, bemerkte Ermrich. Da die Institute nicht weniger Kredite vergeben wollen, die mit Eigenkapital unterlegt werden müssen, bliebe nur die Verstärkung des Eigenkapitals aus eigener Kraft. Ausschüttungen würden diese Möglichkeit der Eigenkapitalstärkung begrenzen.

Im laufenden Jahr ist es den ostdeutschen Instituten wieder gelungen, ihre Kapitalbasis zu stärken – trotz wachsender Kosten durch die Regulierung und Dauerniedrigzinsen. „Die anhaltende Niedrigzinsphase hat die Ertragslage erneut gebremst, aber unsere Mitglieder haben das Ergebnis trotzdem halten können“, brachte  der Verbandsgeschäftsführer Wolfgang Zender die Situation auf den Punkt.

Zinsüberschuss sinkt – Kosten im Griff

Zwar sank der Zinsüberschuss um 3,8 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro, doch geringere Zinsaufwendungen und ein „deutlich gestiegener Provisionsüberschuss“ konnten die Rückgänge im Zinsergebnis vollständig auffangen.

Gleichzeitig wurden die ostdeutschen Institute ihrem Ruf gerecht, besonders rentabel zu arbeiten. Sei mussten im vergangenen Jahr gut 58 Cent aufwenden, um einen Euro zu erwirtschaften. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank kam 2017 auf eine sogenannte Cost-Income-Ratio von 93 Prozent.

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