Außerordentliche Hauptversammlung: Allianz-Aktionäre machen den Weg frei

Außerordentliche Hauptversammlung
Allianz-Aktionäre machen den Weg frei

Michael Diekmann ist am Ziel: Die Anteilseigner des Münchener Versicherungsriesen Allianz segneten die epochalen Umbaupläne des Konzernchefs auf der außerordentlichen Hauptversammlung ab. Im Nachklapp kann es jedoch noch Ärger geben.

rl/HB DÜSSELDORF. Nach langer Debatte stimmten die Allianz-Anteilseigner dem Vorhaben am Mittwochabend in Düsseldorf mit 99,9 Prozent der anwesenden Stimmen zu. Die Anteilseigner haben damit die Verschmelzung der italienischen Tochter Riunione Adriatica di Sicurta (RAS) mit der Konzernmutter sowie deren Umwandlung von der AG in eine Societas Europaea (SE) beschlossen. Am Freitag hatten bereits die RAS-Aktionäre zu gut 99 Prozent grünes Licht für die Fusion gegeben.

Die Verschmelzung und die neue Rechtsform sind Teil der groß angelegten Umbaupläne von Konzernchef Diekmann: „Das ist ein Meilenstein in unserer Entwicklung“, sagte er auf der Hauptversammlung. Er will die Strukturen von Europas führendem Versicherer vereinfachen. Beispielsweise hat die RAS in vielen Ländern, in denen auch die Allianz direkt vertreten ist, Tochtergesellschaften. Die Außenstellen sollen nun zusammengeführt werden.

Die Allianz kann dank der Umwandlung in eine Europa-AG künftig ihr Auslandsgeschäft zudem mit weniger Bürokratie steuern und Firmen in Europa einfacher übernehmen. Nach Einschätzung der Anlegervertreter übernimmt der Versicherer damit eine Vorreiterrolle, der auch andere deutsche Unternehmen folgen werden.

Die Übernahme der restlichen RAS-Anteile – bisher hält die Allianz 76,3 Prozent – kostet den Konzern nach eigenen Berechnungen 5,9 Mrd. Euro. Davon entfallen auf die Barabfindung von RAS-Aktionären 2,7 Mrd. Euro. Die finanzieren die Münchener aus eigenen Mitteln plus einer Nachranganleihe über rund 1 Mrd. Euro.

So friedlich, wie es das beinahe einhellige Abstimmungsergebnis suggeriert, war die Hauptversammlung jedoch nicht. Dem Vorstand und Aufsichtsrat bot sich ein ungewohntes Bild: Vor den Toren verteilten Gewerkschafter Flugblätter, und im Saal gab es Kritik von Mitarbeiteraktionären. Sie sorgen sich seit Bekanntwerden der Umbaupläne um ihre Arbeitsplätze. Deshalb kündigten sie auch an, Widerspruch zu Protokoll geben zu wollen, was eine Voraussetzung für das Einreichen von Anfechtungsklagen ist. Der Allianz-Umbau könnte demnach noch ein gerichtliches Nachspiel haben.

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