Australische Großbank
ANZ schließt Vergleich in Zinsskandal

Kurz vor Beginn einer drohenden Gerichtsverhandlung hat die australische Großbank Australia and New Zealand Banking Group einen Vergleich geschlossen. Ihr wurde vorgeworfen den Referenzzins manipuliert zu haben.
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SydneyDie australische Großbank Australia and New Zealand Banking Group (ANZ) hat im Verfahren um manipulierte Referenzzinsen einen Vergleich mit der australischen Finanzaufsicht ASIC geschlossen. Kurz vor Beginn einer Gerichtsverhandlung gab ANZ am Montag eine Einigung mit der Aufsichtsbehörde bekannt. Details will die drittgrößte Bank des Landes erst in einigen Tagen nennen.

Die Finanzaufsicht wirft den drei großen australischen Banken ANZ, Westpac und National Australia Bank vor, den wichtigsten australischen Referenzzins abgesprochen zu haben. Von der sogenannten Bank Bill Swap Rate (BBSW) hängen unter anderem die Hypotheken- und Kreditkartenzinsen ab. Die Finanzaufsicht wirft den drei Instituten vor, den Referenzzins zwischen 2010 und 2012 manipuliert zu haben. Die Berechnung der BBSW wurde 2013 geändert.

Die vier größten Banken kontrollieren 80 Prozent des australischen Markts und eilen seit Jahren von Rekordgewinn zu Rekordgewinn. Gegen den Marktführer Commonwealth Bank of Australia hat die Finanzaufsicht im Zinsskandal nicht geklagt.

Das Gerichtsverfahren gegen ANZ wurde zunächst auf Mittwoch vertagt, um die Einzelheiten des Vergleichs ausarbeiten zu können. Erst danach will sich ANZ zu finanziellen und anderen Details äußern. Beobachter gehen davon aus, dass eine Bedingung für den Vergleich ein Schuldeingeständnis der Bank war. Damit drohten der ANZ Sammelklagen von Aktionären, sagte Bankenanalyst Brian Johnson vom Brokerhaus CLSA.

Ein Westpac-Sprecher wollte sich nicht äußern, ob die Bank auch einen Vergleich anstrebt. Er betonte jedoch, dass die Fakten in den Fällen unterschiedlich seien. Ein NAB-Sprecher sagte, das Geldhaus führe weiterhin Gespräche mit der Finanzaufsicht. Zu Einzelheiten wollte er sich nicht äußern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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