Auszahlungsstopp
Deutsche Bank sperrt Boni für Topmanager

Die Vorstände der Deutschen Bank müssen erhebliche Abstriche bei ihrer Vergütung verschmerzen. Es trifft unter anderem Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Aber auch ein ehemaliger Vorstandschef ist betroffen.
  • 1

FrankfurtDer Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, verschont bei der Umsetzung des Kulturwandels auch nicht das Top-Management des größten deutschen Geldhauses. Nach Angaben aus Finanzkreisen hat der Oberkontrolleur durchgesetzt, dass frühere und aktive Vorstände der Deutschen Bank in diesem Jahr erhebliche Abstriche bei ihrer Vergütung verschmerzen müssen.

Der Aufsichtsrat hat den Informationen zufolge bereits auf der Aufsichtsratssitzung im Juli in London beschlossen, dass die erfolgsabhängigen Gehaltskomponenten aus dem Jahr 2011 – die für dieses Jahr teilweise zur Auszahlung anstehen - eingefroren werden. Da das Kontrollgremium die Schäden aus der Finanzkrise und die damit verbundenen Rechts- und Reputationsrisiken nicht vollständig abschätzen kann, hat es jetzt vorsichtshalber die langfristigen Boni für die Vorstände aus dieser Zeit auf Eis gelegt. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Für das Geschäftsjahr 2011 hatten die sieben Mitglieder des Vorstands Bezüge von insgesamt 26,4 Millionen Euro kassiert, davon waren knapp 18 Millionen erfolgsabhängig. Die jetzt vom Auszahlungsstopp betroffene Summe für 2014 dürfte zwar geringer ausfallen, aber immer noch in die Millionen gehen. Die Bank informiert in ihren Geschäftsberichten zwar umfassend über die Höhe der Ansprüche, aber nicht über die gestaffelten Auszahlungen in den jeweiligen Folgejahren. Das Fixgehalt machte in der Vergangenheit jeweils nur einen relativ kleinen Teil der Gesamtbezüge bei den Führungskräften aus, der Löwenanteil entfiel auf die Boni.

Der Auszahlungsstopp betrifft die heute amtierenden Co-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen sowie Finanzchef Stefan Krause und Privatkundenvorstand Rainer Neske. Außerdem müssen der frühere Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann sowie die Ex-Vorstände Hugo Bänziger (Risikomanagement) und Hermann-Josef Lamberti (Technik) nach Angaben aus Finanzkreisen zunächst zurückstecken.

Die Deutsche Bank muss sich mit rund 1.000 größeren Rechtsverfahren herumschlagen. Zu den schwerwiegendsten Fällen gehören Klagen aus der Zeit der US-Hypothekenkrise, außerdem laufen Untersuchungen wegen Manipulationsvorwürfen bei Referenzzinsen wie dem Libor und am Devisenmarkt.

Den ganzen Artikel finden Sie in deraktuellen Ausgabe von Handelsblatt Live“, der Digitalausgabe des Handelsblatts für Tablets und iPhone.

Kommentare zu " Auszahlungsstopp: Deutsche Bank sperrt Boni für Topmanager"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Bank sollte umbenannt werden....

    in FLorida ist das n schimpfwort... "teutsche Bank"....

    fühl mich immer beleidigt mit deren halbseidenen praktiken in zusammenhang gebracht zu werden...

    schaut man sich die Eigner struktur des Hauses an
    kann ich da nicht viel entdecken das den namen "Deutsche" rechtfertigt...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%