AWD und Swiss Life Select

Anleger scheitern vor BGH zu Verjährungsfragen

Schwere Niederlage für geprellte AWD-Anleger: Vier Ehepaare sind mit ihrer Klage gegen den AWD-Nachfolger Swiss Life Select vor dem Bundesgerichtshof gescheitert. Die Ansprüche seien verjährt, urteilten die Richter.
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Der Finanzvertrieb wurde von dem Schweizer Versicherer Swiss Life übernommen – und 2013 in „Swiss Life Select“ umbenannt. Quelle: dapd
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Der Finanzvertrieb wurde von dem Schweizer Versicherer Swiss Life übernommen – und 2013 in „Swiss Life Select“ umbenannt.

(Foto: dapd)

KarlsruheVier Ehepaare sind mit Schadenersatzklagen gegen den Finanzdienstleister und AWD-Nachfolger Swiss Life Select wegen angeblich fehlerhafter Anlageberatung beim Bundesgerichtshof (BGH) gescheitert. Die Forderungen seien verjährt, urteilten die Karlsruher Richter am Donnerstag. Die möglichen Schadenersatzforderungen gegen den AWD-Nachfolger könnten die Anleger damit nicht mehr durchsetzen. (Az.: III ZR 189/14 u.a.)

Die Paare hatten sich 1999 und 2001 an geschlossenen Immobilienfonds beteiligt und fühlten sich im Nachhinein falsch beraten. Um zu verhindern, dass ihre Forderungen verjähren, hatten sie später Güteanträge bei einer Gütestelle in Freiburg eingereicht. Diese basierten auf Mustern, die von Anwälten vorformuliert worden waren. Die Anträge seien zu ungenau gewesen, urteilte der BGH nun. Die Anleger hätten weder die konkrete Kapitalanlage genannt, noch den ungefähren Beratungszeitraum oder das Verfahrensziel.

Die Entscheidung ist nach BGH-Angaben für tausende Anleger von Bedeutung. Über den Vorwurf der Falschberatung entschieden die Richter nicht.

Die besten Renditen für private Rentenpolicen
Assekurata: Beitragsrendite ist ein besserer Vergleichsmaßstab
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Assekurata: Beitragsrendite ist ein besserer Vergleichsmaßstab

Die Ratingagentur Assekurata hat die Deklarationen der Lebensversicherer für 2014 unter die Lupe genommen. Die Werte für die Verzinsung der Versichertenguthaben ließen sich dabei jedoch nicht uneingeschränkt miteinander vergleichen, stellt Geschäftsführer Reiner Will fest. Der Grund: Die Gesellschaft beziehen ihre Werte auf unterschiedliche Basisgrößen. In ihrer Studie habe die Ratingagentur daher erneut die garantierte und die illustrierte Beitragsrendite einer privaten Rentenversicherung untersucht, die über 25 Jahre läuft. Dies geschah anhand einer unverbindlichen Beispielrechnung. Das heißt: Die Renditeziffer gilt unter der Voraussetzung, dass die Zinsen so bleiben wie sie sind. Was jedoch unrealistisch ist.

Fotoquelle: Assekurata

Viele Sparer erhalten weniger als verkündet
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Viele Sparer erhalten weniger als verkündet

Die Zahlen der Ratingagentur Assekurata zur Beitragsrendite von privaten Rentenpolicen zeigen: Auf den Konten der Kunden landet in diesem Jahr zum Teil viel weniger als die Lebensversicherungen mit ihren Mitteilungen glauben machen möchten. So liegen bereits mehr als 20 Unternehmen unter der Marke von drei Prozent. Das wollte jedoch in der Deklaration kein Unternehmen zugeben. Im Branchenschnitt sank die Beitragsrendite nach Berechnungen von Assekurata auf 3,16 von 3,36 Prozent. Betrachtet man nur die Garantieverzinsung, so hält sich die durchschnittliche Beitragsrendite knapp unter einem Prozent. Bei einem Garantiezins von 1,75 Prozent bedeutet dies, dass im Schnitt selbst bei sehr lang laufenden Verträgen 0,75 Prozentpunkt Renditeminderung vom offiziellen Zinssatz abzuziehen sind.

Fotoquelle: Screenshot eines Assekurata-Videos

Die Branchenriesen
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Die Branchenriesen

Die laufenden Zinszahlungen der größten Lebensversicherer sind sehr unterschiedlich. Der schlechteste unter ihnen hält mit einigen anderen die rote Laterne. Der Beste überflügelt sogar den Branchenprimus Allianz. Auch bei der Finanzstärke ist eine große Spannbreite feststellbar, wie neue Zahlen von Öko-Test zeigen. Betrachtet man die Beitragsrenditen, liegen einige Branchengrößen mit Blick auf die laufende Zinsgutschrift sogar schon unter drei Prozent.

Targo: 3,97 Prozent
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Targo: 3,97 Prozent

Die Kunden mit auslaufenden Verträgen der Targo Lebensversicherung AG aus dem rheinischen Hilden erhalten vom 1. Januar 2014 an eine Gesamtverzinsung für Kapital- und Rentenversicherungen von 5,0 Prozent. Bisher waren es 5,3 Prozent. Die darin enthaltene laufende Verzinsung liege bei 4,0 Prozent. Bisher waren es 4,3 Prozent.

Kunden, die einen Vertrag mit Einmalbeitrag wünschen, erhalten im neuen Jahr eine Gesamtverzinsung ihres Guthabens – unter Einrechnung des Schlussüberschussanteils und der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven – von 4,0 Prozent. Bisher waren es 4,3 Prozent. Die darin enthaltene laufende Verzinsung liegt bei 3,7 Prozent, bisher waren es 4,0 Prozent, erklärte das Unternehmen der Talanx-Gruppe. Die vergleichsweise hohe Überschussbeteiligung und Gesamtverzinsung sei dank einer ausgewogenen Kapitalanlagestrategie sowie einer günstigen Kostenstruktur möglich.

Über alle Tarifgenerationen - Map-Durchschnitt 2014: 4,0 Prozent 2013: 4,3 Prozent

Note für die Finanzstärke (Öko-Test): nicht möglich

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf die Überschussbeteiligung (Assekurata): 3,97 (4,25) Prozent

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf den Garantiezins von 1,75 Prozent: 0,91 (0,91) Prozent

Cosmos Direkt: 3,85 Prozent
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Cosmos Direkt: 3,85 Prozent

Der Direktversicherer senkt die laufende Verzinsung im nächsten Jahr auf 3,65 Prozent. Im Vorjahr lag die Überschussbeteiligung noch bei 3,85 Prozent. "Die überdurchschnittliche Verzinsung gilt dank niedrigster Kosten für ein im Wettbewerbsvergleich von Anfang an höheres gewinnberechtigtes Guthaben", erklärt der Versicherer.

Die Lebensversicherungsangebote der Cosmos Direkt profitieren vom Vertriebsweg. Es ist für Kunden günstiger, wenn sie im Internet oder am Telefon einkaufen. Die Tochter der Generali gibt diese Vorteile in den Konditionen weiter.

Über alle Tarifgenerationen - Map-Durchschnitt 2014: 3,71 Prozent 2013: 3,87 Prozent

Note für die Finanzstärke (Öko-Test): 3,6

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf die Überschussbeteiligung (Assekurata): 3,85 (4,17) Prozent

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf den Garantiezins von 1,75 Prozent: 1,46 (1,46) Prozent

Huk-Coburg: 3,66 Prozent
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Huk-Coburg: 3,66 Prozent

Die Huk-Coburg-Lebensversicherung senkt für 2014 ihre Überschussbeteiligung weiter. 2014 liegt die Zinsgutschrift bei 3,5 Prozent, teilte das Unternehmen mit. Bisher waren es 3,75 Prozent. Hinzu kam ein Schlussüberschuss von 0,75 Prozent. 2012 betrug die Überschussbeteiligung noch vier Prozent.

Die Huk-Coburg habe das in den letzten Jahren marktweit forcierte Geschäft gegen Einmalbeitrag nur sehr zurückhaltend betrieben, hatte die Gesellschaft vor einem Jahr erklärt. Sie habe damit eine mögliche Belastung für die Überschussbeteiligungen bei Verträgen mit laufender Beitragszahlung vermieden. Diese gute Ausgangslage habe bereits 2011 zu einer erheblichen Nachfragesteigerung von rund 70 Prozent geführt.

Über alle Tarifgenerationen - Map-Durchschnitt 2014: 3,57 Prozent 2013: 3,75 Prozent

Note für die Finanzstärke (Öko-Test): 3,4

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf die Überschussbeteiligung (Assekurata): 3,66 (3,91) Prozent

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf den Garantiezins von 1,75 Prozent: 1,23 (1,23) Prozent

Debeka: 3,62 Prozent
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Debeka: 3,62 Prozent

Die Debeka senkt ihre Zinsgutschriften. Für den größten Teil der Verträge betrage die Gesamtverzinsung für auslaufende Verträge dann 4,3 bis 4,4 Prozent. Bisher waren es 4,4 bis 4,5 Prozent. Die laufende Verzinsung werde für das kommende Jahr auf 3,6 Prozent gesenkt. Bisher waren es 3,7 Prozent. Diese Anpassung sei aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus notwendig.

Für 2012 hatte die Debeka noch eine Gesamtverzinsung von 4,7 bis 4,8 Prozent ausgewiesen. Die laufende Verzinsung war für 2012 auf 4,1 Prozent festgelegt worden.

Das Credo von Uwe Laue, Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender der Debeka-Versicherungen: "Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und einer drohenden Altersarmut in Deutschland ist die private Vorsorge deshalb wichtiger denn je. Leider werden die Verbraucher aber mit Ratschlägen vermeintlicher Experten immer wieder in die Irre geführt, denn sie empfehlen den Bürgern für die Altersvorsorge schlecht verzinste Sparbücher, die früher oder später aufgezehrt sind, oder Fonds, die das Risiko der Aktienmärkte voll und ganz auf den Verbraucher abwälzen."

Über alle Tarifgenerationen - Map-Durchschnitt 2014: 3,67 Prozent 2013: 3,75 Prozent

Note für die Finanzstärke (Öko-Test): 2,8

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf die Überschussbeteiligung (Assekurata): 3,62 (3,71) Prozent

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf den Garantiezins von 1,75 Prozent: 1,11 (1,11) Prozent

  • dpa
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