Axa: Deutscher führt künftig Frankreichs größten Versicherer

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Deutscher führt künftig Frankreichs größten Versicherer

Kulturrevolution beim französischen Versicherungskonzern Axa: Der bisherige Chef Henri de Castries wird im September in den Ruhestand gehen. Auf ihn folgt Thomas Buberl, bisheriger Chef der Axa Deutschland.

DüsseldorfDer französische Versicherungsriese Axa bekommt einen neuen Chef, und zwar einen deutschen. Thomas Buberl, der bislang die Tochtergesellschaft in Deutschland leitet, werde ab September den Konzern führen, teilte das Unternehmen am Montag mit. De Castries hatte das Unternehmen 16 Jahre geführt.

Für ein französisches Großunternehmen ist es eine absolute Seltenheit, von einem deutschen Vorstandschef geführt zu werden. Buberl hatte aber bereits internationale Aufgaben bei der Axa. Für den Versicherer leitete er das globale Vorsorgegeschäft parallel zu seinem Job bei Axa in Köln. Zu seinen ersten Aufgaben in Paris wird schon die Arbeit an der neuen Konzernstrategie sein, die er mit dem aktuellen Chef gemeinsam entwickelt. Im Juni will Axa die Strategie schließlich vorstellen. De Castries hatte kürzlich Kontinuität versprochen, der Konzern müsse aber an der Effizienz arbeiten.

Der Franzose verabschiedet sich im September vorzeitig aus dem Konzern. Eigentlich hat er einen bis Ende 2018 laufenden Vertrag. Seine volle Machtfülle bekommt Buberl allerdings nicht übertragen. Denn Axa trennt künftig die Funktion des Verwaltungsratschefs von der operativen Führung des Konzerns. De Castries bisheriger Stellvertreter Denis Duverne wird an die Spitze des Verwaltungsrats wechseln.

Buberls Wechsel von Köln nach Paris war schon seit Wochen klar, allerdings in anderer Funktion. Der 42-Jährige sollte sich in der Konzernzentrale eigentlich auf die Führung des weltweiten Lebens- und Krankenversicherungs-Geschäfts konzentrieren. Bei Axa Deutschland sollte er Aufsichtsratschef werden. Für seine Nachfolge als Vorsitzender der Axa Deutschland kämen interne als auch externe Kandidaten in Frage, hatte es vor zwei Wochen geheißen.

Weltweit hat Axa im vergangenen Jahr 5,6 Milliarden Euro Gewinn gemacht, 12 Prozent mehr als noch 2014. Der Branchenzweite in Europa nach der Allianz stelle sich allerdings angesichts der Marktturbulenzen auf schwierige Zeiten ein, hatte de Castries gesagt. „Ich denke aber, dass wir für dieses Marktumfeld gut gerüstet sind.“

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
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