Axa
Unwetter belasten französischen Versicherungsriesen

Der deutsche Axa-Chef Thomas Buberl sieht Belastungen an den Finanzmärkten, der Konzern muss zudem für Naturkatastrophen tief in die Tasche greifen. Der Gewinn klettert dennoch leicht.

ParisEuropas zweitgrößter Versicherer Axa hat die schweren Unwetter im Frühjahr zu spüren bekommen. Der Gewinn im ersten Halbjahr stieg zwar dank Erlösen aus dem Verkauf von Immobilien um vier Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, wie der französische Allianz -Rivale am Mittwoch mitteilte. Er fiel aber geringer aus als von Experten erwartet.

Die Kosten für Schäden durch Naturgewalten seien im Zuge der Unwetter und Stürme in Deutschland sowie der Überschwemmungen in Frankreich und Belgien gestiegen, erklärte der neue Konzernchef Thomas Buberl. Auch Gegenwind an den Finanzmärkten habe Axa gebremst. Die Einnahmen in der Vermögensverwaltung seien gesunken. Hier setzen die historisch niedrigen Zinsen der Branche schon seit längerem zu.

Die Unwetter, die im Mai und Juni über Europa hinwegfegten, summierten sich nach Berechnungen der Münchener Rück auf einen Schaden von 6,1 Milliarden Dollar. Knapp die Hälfte davon war versichert. In Deutschland zogen heftige Regenfälle und Stürme Erdrutsche, Schlammlawinen und Überschwemmungen nach sich und richteten 2,8 Milliarden Dollar Schaden an. Für die Versicherer wird demnach mit Kosten von 1,3 Milliarden Dollar gerechnet. Aber auch Frankreich, Belgien und die Niederlande waren betroffen. Europas Branchenprimus Allianz legt seine Zahlen für das zweite Quartal am Freitag vor. Er hatte im Juni von Kosten für den Konzern wegen der Unwetterschäden in Deutschland von 140 Millionen Euro gesprochen.

Aber auch die schwierige Lage an den Finanzmärkten machte Axa zu schaffen. Diese habe sich nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union nochmals verschärft, sagte Buberl. Erst im Juni hatte Axa die mittelfristigen Ziele gesenkt, weil der Versicherer wegen der niedrigen Zinsen mit den Kapitalanlagen am Finanzmarkt nicht mehr so viel Geld verdienen kann wie früher. Insgesamt nahmen die Erlöse im ersten Halbjahr um 0,5 Prozent auf 54 Milliarden Euro ab. Zuwächse im Geschäft mit Sach- und Haftpflichtversicherungen konnten Rückgänge in der Vermögensverwaltung und bei Lebensversicherungen nicht vollends ausgleichen. Die Axa-Aktie gab im frühen Handel rund ein Prozent nach.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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