Zentrale der AXA Versicherung in Köln

Die deutsche Tochter der Axa verkauft rund 260.000 Altersvorsorge-Verträge ihrer Tochter Pro BAV an die Frankfurter Leben.

(Foto: picture alliance / Daniel Kalker)

Axa verkauft Pensionskasse Pro BAV Wieder wandert ein Versicherungsbestand

Axa verkauft die seit langem stillgelegten Bestände seiner Pensionskasse Pro BAV und lobt die Vorteile des Deals für die Kunden. Der Versicherungskonzern plant bereits den nächsten Schritt.
Kommentieren

Die Ankündigung früh morgens war noch mager. „Dr. Alexander Vollert und Dr. Patrick Dahmen informieren über die Neuausrichtung des Geschäftsfeldes Betriebliche Altersvorsorge“, war da in der Einladung zu lesen. Am Vormittag war dann klar, was tatsächlich hinter der Ankündigung stand. Ein weiteres Mal trennt sich ein Versicherer von einem unattraktiven Teil seines Bestandes im Vorsorgebereich. Die deutsche Tochter der Axa verkauft in diesem Fall rund 260.000 Verträge ihrer Tochter Pro BAV an die Frankfurter Leben. Die Börsenaufsicht Bafin muss dem Ganzen allerdings erst noch zustimmen.

Von einem Sonderfall spricht Axa-Chef Alexander Vollert sogleich. Bei der Tochter Pro BAV habe es sich um ein eigenständiges Unternehmen gehandelt, das seit dem Jahr 2012 kein Neugeschäft mehr anbietet. Die Altverträge werden also weiterhin bespart, es kommen aber keine Verträge hinzu. Und da jeden Tag Verträge aus dem Bestand fällig werden, schrumpft die Zahl der verwalteten Verträge zusehends immer weiter. Solange, bis eine Verwaltung in eigener Obhut nicht mehr rentabel ist. „Da es sich um ein eigenständiges Unternehmen handelt, das übergeht, handelt es sich um einen Verkauf und nicht nur eine Bestandsübertragung“, betonte Vollert.

Die Äußerung legt nahe, dass man bei Axa bloß nicht in den Verdacht geraten will, dass hier Bestände im großen Stil an so genannte Run-Off-Gesellschaften verschoben werden. Dies hatte im Herbst zu einem öffentlichen Aufschrei geführt, weshalb letztlich die Ergo als bekanntestes Beispiel ihre Pläne für den Verkauf von mehreren Millionen Verträgen wieder aufgeben musste.

Axa wählt hier einen anderen Weg. „Die Übertragung umfasst in der Summe etwa sechs Prozent des gesamten Bestandes im Vorsorgebereich“, beschwichtigt Vollert. Und lobt stattdessen die Vorteile des Deals für den Kunden. Der neue Besitzer Frankfurter Leben verspreche die Kosten pro Vertrag und Jahr dauerhaft um mehr als 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2016 zu senken. Eine höhere Rendite könnte so womöglich künftig sogar für den Kunden herausspringen, wird in Aussicht gestellt. Alle Garantien, Konditionen und Bedingungen würden unverändert fortgesetzt.

Die Frankfurter Leben ist eine von mehreren Konsolidierungsplattformen, die sich in den vergangenen Jahren darauf spezialisiert haben, Altbestände von Lebensversicherern zu übernehmen und diese weiterzuführen. Der Kern ist dabei die weitaus modernere IT im Vergleich zu den Versicherern, die es den Plattformen ermöglicht, kostengünstiger die Verträge zu verwalten. Frankfurter Leben gehört dem chinesischen Finanzinvestor Fosun und der BHF-Bank.

Verwaltet werden dort bereits die ehemaligen Lebensversicherungs-Bestände der Basler und der Arag. Über den Kaufpreis für die Axa-Tochter Pro BAV wurde zwar wie immer in solchen Fällen Stillschweigen vereinbart. Dass dabei in der Regel aber wegen der damit verbundenen Verpflichtungen keine allzu hohen Summen zu erzielen sind, ist in der Branche bekannt. Immerhin lag die Spanne beim Garantiezins aller 260.000 Verträge zwischen 0,9 und 3,25 Prozent, wie Alexander Vollert berichtet. Der Durchschnitt betrug 2,4 Prozent. Solche Verpflichtungen machen den Versicherern im aktuellen Niedrigzinsumfeld schon seit langem schwer zu schaffen.

Die Kunden mussten sich in den bisherigen Fällen keine Sorgen um ihr Erspartes machen. Bislang war die Beschwerdequote bei der Börsenaufsicht gering. Kritiker hatten in solchen Fällen des Bestandsübergangs immer wieder Negativ-Beispiele aus Großbritannien herausgestellt, wo vor gut einem Jahrzehnt so genannte Run Off-Gesellschaften nach dem Übergang der Bestände besonders ruppig mit den Kunden umgesprungen sind. Darunter leidet das Thema noch heute.

Viele Versicherer scheuen wegen des hohen öffentlichen Drucks, der mit dem Thema Altersvorsorge verbunden ist, so einen kompletten Verkauf von Beständen. Einzig die deutsche Tochter der italienischen Generali prüft im Moment noch, ob sie sich von einem größeren Bestand trennen soll. Eine Entscheidung dazu soll es im ersten Halbjahr geben, heißt es aus dem Unternehmen.

Bei Axa plant man indes gleich den nächsten Schritt. Ein Kleinstbestand von rund 32.000 fondsgebundenen Verträgen, den man einst von der DBV-Winterthur übernommen hatte, soll ebenfalls bald an einen externen Partner übertragen werden. Eine finale Vereinbarung liegt noch nicht vor, dürfte aber bald folgen, heißt es. Ein externer Dienstleister hatte bisher den Bestand verwaltet, jedoch den Vertrag zum Ende des Jahres 2018 gekündigt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Axa verkauft Pensionskasse Pro BAV - Wieder wandert ein Versicherungsbestand

0 Kommentare zu "Axa verkauft Pensionskasse Pro BAV: Wieder wandert ein Versicherungsbestand"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%