Axel Weber ausgebremst
Suche nach neuem UBS-Chef muss warten

Sein Ausscheiden bei der Bundesbank liegt noch kein Jahr zurück, da mischt Axel Weber schon an anderer Stelle kräftig mit: bei der UBS. In die Suche nach einem neuen Chef für die Bank darf er aber noch nicht einsteigen.
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FrankfurtDer frühere Bundesbank-Chef Axel Weber darf der Schweizer Großbank UBS erst von Februar 2012 an bei der Suche nach einem neuen Chef helfen. Das bestätigte ein Sprecher der Bundesbank am Dienstagabend.

Weber musste seinen ehemaligen Arbeitgeber um Erlaubnis bitten, weil seit seinem Abschied im Mai noch kein Jahr vergangen ist. „Eine Zustimmung ist (...) im Hinblick auf den beschränkten Umfang des Beratungsmandats und den seit seinem Ausscheiden aus dem Amt als Präsident der Deutschen Bundesbank vergangenen Zeitraum möglich“, erklärte die Bundesbank.

Tatsächlich mischt Weber inoffiziell schon seit längerem bei der UBS aktiv mit, wie Interimschef Sergio Ermotti am Dienstag in einer Telefonkonferenz freimütig einräumte. Man sei ständig in Gesprächen.

Bereits Anfang Oktober hatte Weber laut UBS-Kreisen einen Beratervertrag unterschrieben. Die UBS war nach einem Handelsskandal in eine Führungskrise geraten, nachdem Oswald Grübel mit seinem Rücktritt die Verantwortung für das Milliarden-Desaster übernommen hatte. Schon bei Grübels Abschied war Weber vor Ort in Singapur gewesen. Ermotti wurde nur als Interimschef eingesetzt.

Weber sollte eigentlich erst im Mai 2012 als Mitglied des Verwaltungsrats bei der UBS anfangen. Im Wintersemester ist er in den USA noch als Hochschulprofessor aktiv. 2013 soll Weber Kaspar Villiger als Chef des Gremiums nachfolgen, das stärker als ein deutscher Aufsichtsrat in die Steuerung eines Unternehmens eingreift. Reuters hatte im September erfahren, dass Weber bei der UBS früher anfangen wolle. „Wir gehen davon aus, dass Herr Weber die offizielle Vereinbarung einhält“, sagte ein Sprecher der Bundesbank.

Deutsche Zentralbanker sollen eigentlich ein Jahr nicht in der Wirtschaft arbeiten, um Interessenkonflikte zu vermeiden. „Weiter darf das Ansehen der Deutschen Bundesbank nicht beschädigt und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die deutsche Bundesbank nicht beeinträchtigt werden“, zitierte die Notenbank aus ihrem Verhaltenskodex. Der Corporate-Governance-Experte der Bundesbank habe bestätigt, dass diese Maßstäbe bei Webers Beratungsmandat eingehalten würden.

Die Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwochausgabe) zitierte einen nicht genannten Bundesbanker mit den Worten: „Er hat uns vor eine unglückliche Entscheidung gestellt.“ Rechtlich hätte die Bundesbank aber keine große Handhabe gegen Webers Antrag gehabt. „Wir hätten es allerdings besser gefunden, Weber hätte sich so kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Amt etwas ruhiger verhalten."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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