„Bad Bank“ macht Fortschritte
Altkredite belasten Commerzbank-Gewinn

Fortschritte beim Abbau von Krediten sorgen bei der Commerzbank für Hoffnung. Doch das schlägt auf den Gewinn durch. Das Ergebnis geht um 140 Millionen Euro zurück – und liegt trotzdem im Rahmen der Erwartungen.
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Frankfurt am MainDie Commerzbank kommt wegen der niedrigen Zinsen nicht recht voran. Die Fortschritte im Privatkundengeschäft und in Osteuropa reichten nicht aus, um die wachsenden Verluste beim Abbau der Immobilien- und Schiffsfinanzierung auszugleichen. Der operative Gewinn schrumpfte im ersten Quartal vor Steuern um 30 Prozent auf 324 Millionen Euro. Dennoch sprach Vorstandschef Martin Blessing am Mittwoch von einem „ordentlichen Ergebnis“ im Kerngeschäft. „Dies zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Die „Bad Bank“ mit unerwünschten Krediten und Papieren belastet das zweitgrößte deutsche Bankhaus jedoch immer stärker, umso länger der Schrumpfungsprozess dauert.

Analysten fürchten nach dem Auftaktquartal, dass die Commerzbank in diesem Jahr einmal mehr ihre Gewinnerwartungen verfehlen wird. Die Experten rechnen im Schnitt mit einem Gewinn von knapp 1,2 Milliarden Euro vor Steuern. Normalerweise sei das erste Quartal das stärkste im Jahr, unkte Philipp Häßler von Equinet. Die Aktie der Commerzbank rutschte mit einem Minus von drei Prozent an das Ende im Leitindex Dax, obwohl die Bank fast genau die Analysten-Schätzungen im ersten Quartal traf. Citi-Analyst Andrew Coombs zog in Zweifel, ob die Bank die für 2016 angepeilte Eigenkapitalrendite von zehn Prozent im Kerngeschäft werde erreichen können. Im ersten Quartal lag sie immerhin bei 10,3 Prozent.

Unter dem Strich kehrte die Commerzbank, die noch zu 17 Prozent dem Staat gehört, im ersten Quartal mit 200 Millionen Euro Gewinn in die schwarzen Zahlen zurück. Ein Jahr zuvor hatten die Kosten für den geplanten Abbau von mehr als 5000 Stellen für 98 Millionen Euro Verlust gesorgt. 1800 Arbeitsplätze sind schon weg, wie Finanzvorstand Stephan Engels sagte, gut die Hälfte davon im Privatkundengeschäft.

Der Finanzvorstand nannte drei Belastungsfaktoren: „Wir werden unseren Wachstumskurs in der Kernbank fortsetzen - und zwar trotz schwacher Kreditnachfrage, Kundenzurückhaltung und Niedrigzinsumfeld.“ Wann sich das Zinsumfeld ändere, sei nicht absehbar. Der operative Gewinn im Kerngeschäft ging auf 496 (2013: 550) Millionen Euro zurück. Der Zinsüberschuss brach um 17 Prozent ein. Die Erträge schrumpften um 3,5 Prozent, doch dafür musste die Commerzbank nur noch 238 (267) Millionen Euro für faule Kredite zurückstellen. Am besten lief es im Privatkundengeschäft, wo der operative Gewinn - auf niedrigem Niveau - um fast zwei Drittel stieg. In Osteuropa legte die polnische Tochter MBank um 30 Prozent zu und gewann mehr Kunden als das Mutterhaus in Deutschland.

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  • Die Coba kommt von 265 Euro,inclusive aller Bezugsrechte sämtlicher KE´s(22.03.00).Selbst wenn sie sich verdoppelt,bleibt ein Verlust vom ATH von über 90%.
    Auch interessant,die Coba konnte in ihrer Geschichte nie mehr als knapp 50% der MK der DBK am Kapitalmarkt realisieren.Deswegen ist das Gefasel mancher Analysten von:"Kurziel der Coba: 25 Euro bis Jahresende" völlig aus der Luft gegriffen.Nur weil sie vom Tief seit dem letzten Sommer- bei 5,56- über 100% zulegte ,heißt das nicht,dass sich der Trend automatisch fortsetzt.
    Interessant wird sein,wie Blessing das Ziel einer Nettoeigenkapitalrendite von 10% realisieren will (bis 2016).Das wären laut heutigem Stand 3,2 Mrd nach Zinsen,Steuern und Abschreibungen.Bisher ist er da weit entfernt,und da das OP-Ergebnis durch die Blianzverkleinerung der Coba tendenziell eher sinkt,ist auch keine Besserung zu erwarten,selbst wenn sich die Bad Bank in Luft auflöst und alle Sparanstrengungen greifen.Hier hat der Herr Vorstandsvorsitzende wohl mit Zitronen gehandelt oder den Mund gegenüber den Analysten etwas zu voll genommen.

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