Bafin
Aufsicht lehnt unzuverlässige Bankkontrolleure ab

Die Finanzaufsicht Bafin schaut den Kandidaten für Verwaltungs- und Aufsichtsratsposten in der Kreditwirtschaft stärker auf die Finger. Die Bonner Behörde prüfte vergangenes Jahr 4000 potenzielle Bankenkontrolleure.
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BerlinIm vergangenen Jahr prüfte die Aufsicht 4000 vorgeschlagene Kandidaten für die Aufsichtsgremien von Sparkassen, Genossenschaftsbanken und privaten Banken. Ein halbes Prozent, rund 20 Anwärter, fielen nach Informationen des Handelsblattes aus Finanzkreisen durch und durften ihren Job nicht antreten.

"Auf den ersten Blick mögen 20 Ablehnungen wenig erscheinen, wenn man vor allem an den enormen Verwaltungsaufwand denkt, der mit einer individuellen Qualitätsaufsicht verbunden ist", sagt der Aufsichtsexperte Marcus Geschwandtner von der gleichnamigen Bonner Kanzlei. Andererseits dürfe man den erzieherischen Effekt der Regelung nicht übersehen. Gerade Sparkassen und Genossenschaftsbanken hätten zahlreiche Fortbildungen für ihre Aufsichtsratsmitglieder organisiert.

Die von der Bafin abgelehnten Kandidaten wurden entweder als unzuverlässig angesehen oder verfügten über zu wenig Sachkunde. Als unzuverlässig gilt jemand, der beispielsweise Vermögensstraftaten beging oder gegen gesetzliche Ordnungsvorschriften verstieß. Nicht allen Anwärtern wurde zudem zugetraut, die Geschäftsrisiken der Unternehmen zu beurteilen, die sie beaufsichtigen sollen.

Seit Sommer 2009 hat die Bafin die Aufgabe, Kandidaten für die Kontrollfunktionen von Kreditinstituten näher unter die Lupe zu nehmen. Grundlage dafür ist das "Gesetz zur Stärkung der Finanzmarkt- und Versicherungsaufsicht". Dahinter steht der Gedanke, dass fähige Kontrolleure auch einen Beitrag leisten können, um künftige Finanzmarktkrisen zu verhindern, indem sie den Vorstand wirksam kontrollieren.

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