Bafin zur Video-Identifizierung: So soll die Depot-Eröffnung vom Sofa aus ablaufen

Bafin zur Video-Identifizierung
So soll die Depot-Eröffnung vom Sofa aus ablaufen

Dank Identifizierung per Video-Chat können Verbraucher ein Bankkonto oder ein Depot bequem vom Sofa aus eröffnen. Wie genau das ablaufen muss, sagt nun die Finanzaufsicht. Über einen Punkt gibt es aber noch Streit.
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FrankfurtBeim Thema Video-Identifizierung soll jetzt endlich Rechtssicherheit herrschen. Die Finanzaufsicht Bafin hat gerade ein neues Rundschreiben veröffentlicht, in dem sie darlegt, welche Anforderungen die Anbieter solcher Identifikationsverfahren erfüllen müssen. In vielen Punkten schafft das Schreiben tatsächlich Klarheit. Einige Vorgaben, die zwischenzeitlich angedacht waren und das Verfahren komplizierter gemacht hätten, sind verschwunden. Bei einem Punkt gehen die Interpretationen allerdings noch weit auseinander und ein Anbieter erwartet durch die neuen Vorgaben gar eine „Marktbereinigung“.

Die Video-Identifizierung bieten inzwischen viele etablierte Banken, aber auch junge Finanztechnologie-Unternehmen als Alternative zum Post-Ident-Verfahren an. Wer früher ein Konto eröffnen wollte, musste dafür entweder in eine Bankfiliale gehen oder – insbesondere im Fall von Direktbanken ohne Filialnetz – zur Post. Dort prüfte ein Postmitarbeiter den Ausweis und bestätigte in einem Formular die Identität des angehenden Bankkunden. Video-Ident dagegen kann der Kunde vom heimischen Sofa aus erledigen. Dafür benötigt er eine Webcam oder ein Smartphone mit Kamera. In einem Video-Chat muss er seinen Ausweis in die Kamera halten, ihn hin und her kippen, damit die Hologramme sichtbar werden, und verschiedene Fragen beantworten.

Wie genau eine solche Video-Identifizierung ablaufen muss, wollte die Bafin schon im vergangenen Mai regeln (4/2016). Der erste Entwurf wurde nach einem Aufschrei der Branche – inklusive der großen Kreditinstitute – aber rasch wieder zurückgezogen. Knapp zwei Wochen später folgte im vergangenen Juni die zweite Version, doch die war kaum verändert. Die Proteste blieben und so wurde das Rundschreiben erst einmal ausgesetzt. Zu den Kritikpunkten zählte, dass das Verfahren nur noch von Kreditinstituten genutzt werden sollte, dass die Verbraucher zusätzlich durch Referenzüberweisungen identifiziert und in sonstigen Datenquellen über sie recherchiert werden sollte.

Mit ihrem jetzt veröffentlichten Rundschreiben (3/2017) richtet sich die Bafin nun explizit nicht nur an Banken, sondern ebenso an Versicherungen und viele weitere Unternehmen, für die Video-Ident relevant sein kann. Abgerückt sind die Aufseher von der Referenzüberweisung. Dabei hätten die Anbieter einen kleinen Betrag auf das Konto des Antragstellers überweisen müssen, um zu prüfen, ob der Person tatsächlich das angegebene Konto gehört.

Eine bestehende Kontoverbindung wäre also Bedingung für die Nutzung des Verfahrens gewesen. Dass es nicht dazu kommt, sieht Frank-Christian Pauli, Finanzexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), positiv. „Solche Buchungen nehmen Verbraucher auf ihrem Konto unter Umständen gar nicht wahr oder erkennen ihre Bedeutung nicht, wenn sie plötzlich unerwartet entdeckt werden. Der Schutz ist also nicht so gut.“

Weiterer Streitpunkt war eine zusätzliche Überprüfung anhand „öffentlich zugänglicher Daten und Informationen“. Auch diese Idee wurde wieder verworfen. Konkrete Vorgaben macht die Bafin allerdings weiterhin zum Ablauf der Identifizierung. So müssen etwa die Mitarbeiter speziell geschult werden, unter anderem über gängige Fälschungsmöglichkeiten und datenschutzrechtliche Vorschriften. Zudem müssen die Anfragen zufällig auf die Mitarbeiter verteilt werden, um Manipulationen vorzubeugen. Und es werden zahlreiche optische Sicherheitsmerkmale der Ausweise benannt, von denen einige abgeprüft werden müssen.

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  • Es müsste doch auch genügen, wenn der Kontoanmelder sagt: "Ey Mann, ich schwöör."

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