Bafin-Zustimmung fehlt: Übernahme der BHF-Bank längst nicht in trockenen Tüchern

Bafin-Zustimmung fehlt
Übernahme der BHF-Bank längst nicht in trockenen Tüchern

Bei der Finanzaufsicht BaFin liegt noch keine Anzeige für die Übernahme der BHF-Bank durch den Finanzinvestor RHJ vor. Damit ist ein Abschluss des Verkaufs in den kommenden zwei Monaten nicht möglich.
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FrankfurtDer Verkauf der BHF-Bank hat eine entscheidende Hürde noch längst nicht genommen. Die Finanzaufsicht BaFin muss der Transaktion zustimmen, über die der Verkäufer Deutsche Bank seit Monaten mit dem Investor RHJ verhandelt. Bislang habe sich die Bonner Behörde noch gar nicht mit dem Fall auseinandergesetzt, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. „Der BaFin liegt keine Anzeige für eine Übernahme der BHF vor“, betonte ein Insider. Es gebe auch keine informelle Anfrage. Wenn eine Bankübernahme bei der Behörde formell angemeldet wird, hat sie zwei Monate Zeit, die Pläne unter die Lupe zu nehmen. Dabei prüft sie unter anderem, ob der Käufer finanzkräftig genug und die Finanzierung des Kaufs gesichert ist.

Der Verkauf zieht sich seit Monaten hin. Der vom früheren Dresdner-Investmentbanker Leonhard Fischer geführte Finanzinvestor hatte eine Anzeige bei der BaFin Ende vergangenen Jahres zurückgezogen, da die Finanzierung der Übernahme noch nicht stand. Fischer sucht seither Co-Investoren, mit denen er den auf eine halbe Milliarde Euro taxierten Kauf der Frankfurter Traditionsbank stemmen kann. Finanzkreisen zufolge ist nun unter anderem der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock bereit mitzumachen. „Es fehlen aber noch die letzten Unterschriften“, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person. Erst wenn alles in trockenen Tüchern sei, würden die Pläne bei der BaFin eingereicht. RHJ, Backrock und die BaFin äußerten sich nicht. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte, das Institut sei zuversichtlich, den Verkauf erfolgreich abzuschließen.

Formell soll das zu RHJ gehörende Institut Kleinwort Benson die BHF mit ihren 1500 Mitarbeitern übernehmen - die Investoren beteiligen sich dann an dem gemeinsamen Bankkonzern. Mit dieser Konstruktion und finanzstarken Co-Investoren an Bord will Fischer mögliche Bedenken der BaFin ausräumen, die genau darauf achtet, ob sich die Bank auch künftig eigenständig refinanzieren kann. „Bei einem Finanzinvestor alleine spielt dieses Thema eine zentrale Rolle“, betonte einer der Insider. Die Deutsche Bank hat bereits schlechte Erfahrungen mit der Bonner Behörde gemacht. Der Verkauf der BHF-Bank an die liechtensteinische Fürstenbank LGT war 2011 am Veto der Aufsicht gescheitert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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