Bain-Studie
125.000 Jobs bei Banken auf der Kippe

Banken haben ein Gewinnproblem, warnt die Managementberatung Bain in einer Studie: Die Institute erwirtschafteten Renditen, die unter den Kapitalkosten liegen. Doch es gebe Chancen, 25 Milliarden Euro zu sparen.

FrankfurtDeutschen Banken droht eine Ära des Rotstifts, davon geht zumindest die Unternehmensberatung Bain aus. Die Eigenkapitalrenditen der Banken liegen einer Bain-Studie zufolge nämlich unter den Eigenkapitalkosten der Institute und damit unter den Rendite-Ansprüchen potenzieller Investoren. Bain hat für 2014 eine Eigenkapitalrendite von 2,1 Prozent ausgerechnet und Kapitalkosten in Höhe von 7,7 Prozent.

Daraus ergibt sich eine Lücke von 25 Milliarden Euro. Das Problem trifft fast alle Institute: Gerade einmal sechs Prozent der Banken sind profitabel genug, um mehr als ihre Kapitalkosten zu erwirtschaften. Bains Angaben zur Eigenkapitalrendite weichen von Daten der Bundesbank ab, die die Eigenkapitalrendite nach Steuern mit 3,95 Prozent angibt. Allerdings schlägt die Bundesbank bestimmte Rücklagen, die die Institute bilden, auf den Nachsteuergewinn oben drauf.

Die Bain-Studie reiht sich damit nahtlos ein in die Appelle von Bankenregulierern, die die Branche für ihre Ertragsschwäche kritisieren. Zuletzt hatten die Chefin der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB), Danièle Nouy, sowie Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret die Ertragsschwäche der Banken kritisiert.

Der Bundesverband der deutschen Banken (BdB) hält die Ertragschancen der Branche allerdings für limitiert. „Die nächsten Jahre werden eine eher freudlose Kostenquetscharie sein“, unkte BdB-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer daher vor kurzem auf einer Handelsblatt-Konferenz.

Ähnlich sieht es auch die Unternehmensberatung Bain: „Im Kern müssen die Banken ihre strukturellen Kosten angehen“, sagt Walter Sinn, einer der Autoren der Studie. Das Kostensenkungspotenzial der Kreditinstitute beziffert er auf 30 Prozent, umgerechnet 25 Milliarden Euro vor Steuern. Damit verbunden ist der Studie zufolge ein Personalabbau von 125.000 Arbeitsplätzen.

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Eine Branche steckt im Schlamassel

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