Bank Espírito Santo
Portugal-Telecom-Chef stolpert über Espírito-Krise

Portugal muss weniger Geld für die Rettung der Bank Espírito Santo zahlen. Die Finanzbranche stockte ihren Anteil entsprechend auf. Derweil kostete die Krise der Bank den Chef eines anderen Unternehmens den Job.
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Lissabon Die Krise bei der portugiesischen Banco Espírito Santo (BES) und der Firmengruppe gleichen Namens kostet nun auch den Chef der portugiesischen Telekommunikationsgesellschaft Portugal Telecom den Job. Henrique Granadeiro gab am Donnerstag seinen Rücktritt bekannt. Portugal Telecom ist mit 2,1 Prozent an der Bank beteiligt und hatte einer Holding der Gruppe Espírito Santo ein Darlehen in Höhe von knapp 900 Millionen Euro gewährt. Die Holding – Rioforte – zahlte das Geld nicht zurück. Sie ist mittlerweile pleite.

In seinem von der portugiesischen Presse zitierten Rücktrittsschreiben beteuerte Granadeiro, er habe die Interessen des Unternehmens „bis aufs Äußerste“ verteidigt. Die Zahlungsunfähigkeit der Gruppe Espírito Santo habe ihn „überrascht“.

Die Unregelmäßigkeiten bei der Dach-Holding Espírito Santo International (ESI) waren Mitte Juni bekannt geworden; sie soll Verluste in Höhe von 1,3 Milliarden Euro verschleiert haben. Auch die BES geriet in Schieflage. Anfang August eilte die portugiesische Regierung zur Rettung des Geldinstituts.

Finanzministerin Maria Luís Albuquerque teilte am Donnerstag mit, der Staat werde dafür 3,9 Milliarden Euro zur Verfügung stellen statt wie zunächst geplant 4,4 Milliarden Euro. Die Finanzbranche stockte ihren Anteil am insgesamt 4,9 Milliarden Euro umfassenden Rettungspaket entsprechend auf.

Die BES wurde in zwei Teile zerschlagen: Faule Kredite wurden in eine „Bad Bank“ ausgelagert, Eigentümer sind die bisherigen Aktionäre der BES. Aus dem gesunden Teil wurde mit den 4,9 Milliarden Euro eine neue Bank namens Novo Banco. Damit kamen erstmals die neuen EU-Regeln zur Bankenrettung zur Anwendung.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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