Bank Julius Bär
US-Steuerstrafe bald unter Dach und Fach

Das Schweizer Bankhaus einigt sich mit dem US-Justizministerium auf Zahlung einer halben Milliarde Dollar Strafe wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Weitere eidgenössische Banken dürften folgen.

GenfJulius Bär Group rechnet mit einer Zahlung von etwa 547 Millionen Dollar, um die Ermittlungen von US-Strafbehörden wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu beenden. Andere Schweizer Banken dürften folgen und ähnliche Untersuchungen abschließen.

Julius Bär habe eine grundsätzliche Vereinbarung mit dem US- Justizministerium erreicht, teilte die Bank am Mittwoch in einer Erklärung mit. Sie hat dafür weitere 197 Millionen Dollar bereitgestellt, zusätzlich zu den im Juni bereits gebildeten Rückstellungen von 350 Millionen Dollar zur Beilegung der Ermittlungen. Die in Zürich beheimatete Bank rechnet damit, im ersten Quartal eine Vereinbarung bezüglich der seit vier Jahren andauernden Untersuchungen abzuschließen.

Die Rückstellung werde im Ergebnis 2015 berücksichtigt, erklärte Julius Bär. Dennoch erwartet die Bank einen Nettogewinn für das Geschäftsjahr und bleibe angemessen kapitalisiert mit einer BIZ Gesamtkapitalquote von 18,6 Prozent per 31. Oktober 2015.

„Julius Bär wird weiter proaktiv bei den Ermittlungen des Justizministeriums zusammenarbeiten“, schrieb die Bank in der Erklärung.

Die 1890 gegründete Privatbank Julius Bär ist in den vergangenen sechs Jahren unter Konzernchef Boris Collardi über Akquisitionen gewachsen. Die Gesellschaft verwaltete Ende Oktober 297 Milliarden Franken für vermögende Privatkunden und Familien und wies im Juli einen Rückgang von 78 Prozent beim Halbjahresgewinn aus, was vor allem auf die erste Rückstellung für eine Einigung im US-Steuerstreit zurückzuführen war.

Collardi hatte gesagt, er wolle die US-Ermittlungen bis Ende 2015 beilegen. Unsicherheiten über die Untersuchungen des Justizministeriums haben die Möglichkeiten der Bank eingeschränkt, Deals abzuschließen, in die Modernisierung veralteter Informationstechnologie-Plattformen zu investieren oder Geld an Aktionäre zurückfließen zu lassen.

Julius Bär hatte im Juli angekündigt, sie wolle Anfang 2016 einen neuen Kapitalmanagementplan skizzieren.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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