„Bank of Amazon“ Amazon tritt in Übersee bereits als Bank auf

Amazon will nicht nur Waren online vertreiben, sondern vermehrt auch Finanzprodukte. Dafür hat der Konzern gute Voraussetzungen: Kundenbeziehungen und Daten. In Indien und Mexiko tritt er teilweise schon als Bank auf.
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Amazon weitet sein Angebot in Übersee auf Finanzdienstleistungen aus. Quelle: Reuters
Ein Logistikzentrum von Amazon

Amazon weitet sein Angebot in Übersee auf Finanzdienstleistungen aus.

(Foto: Reuters)

An der Wall Street hat man große Angst vor Banken, die aus heutigen Technologie-Dienstleistern heraus gegründet werden. „Amazon, Google und Facebook besitzen zwei wichtige Dinge, wenn es darum geht, bei Verbraucherzahlungen und Krediten erfolgreich zu sein“, sagt Brendan Wallace, Geschäftsführer von Fifth Wall Ventures in Kalifornien. „Erstens die Daten und zweitens die Beziehung zu dem Kunden.“ Durch die zunehmende Masse an Daten könnten die Konzerne einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber herkömmlichen Banken erlangen. „Es ist unvermeidlich, dass sie tiefer in das Finanzwesen eindringen, um von diesen Vorteilen zu profitieren“, sagt Wallace.

Währenddessen man sich in den USA noch Sorgen macht, versucht sich Amazon.com Inc. in anderen Ländern schon als Bank. In Indien und Mexiko bietet der Konzern einige Zahlungsdienstleistungen selbst an. Außerdem beteiligt er sich aktiv an Start-Ups im Fintech-Bereich. Das geht aus einer Studie von CB Insights hervor. So betreibt Amazon in Indien einen sogenannten Cash-Pickup-Service. Mit ihm können Kunden Geld auf ihr digitales Konto laden. Der Konzern hat zudem mehrere indische Finanz-Start-Ups erworben oder zumindest in sie investiert. Darunter sind Emvantage Payments und BankBazaar. In Mexiko betreibt Amazon einen Barzahlservice, der eine Alternative zu einer Kredit- oder Debitkarte sein soll.

Die Finanzindustrie nimmt die Ideen von Amazon und anderen Technologieunternehmen, die in ihr Territorium eindringen, ernst. Laut einer Umfrage unter mehr als 300 Bankern hält fast die Hälfte der Banken und Kreditgenossenschaften große Technologieunternehmen für „eine bedeutende Bedrohung“. Keith Noreika, letztes Jahr kommissarischer Leiter der US-Regulierungsbehörde für nationale Banken, sagte im November: „Es ist an der Zeit, die Trennung zwischen Handel und Bankwesen noch einmal zu untersuchen.“ Amazon lehnte eine Stellungnahme ab.

In Deutschland und den USA bietet Amazon zwar noch keine Bankdienstleistungen in großem Stil an, dringt aber auch zunehmend in den Bereich vor. So gibt es seit einiger Zeit eine Amazon-Kreditkarte in Kooperation mit VISA Inc.. Anfang letzten Jahres führte das Unternehmen in den USA außerdem Amazon Cash ein. Mit dem System können Nutzer Bargeld auf ihr digitales Amazon-Konto laden.

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