Bank of America
„Das Geschäft ist schwieriger geworden“

Christian Meissner, neuer Chef des Corporate und Investment-Banking der Bank of America, im Interview mit dem Handelsblatt über Investment-Banking, die Eurokrise - und ob sich Wertpapierhandel überhaupt noch lohnt.
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Herr Meissner, arbeiten Sie bei einer Verliererbank angesichts von Milliardenabschreibungen, Verlusten, Klagen und Fehlkäufen wie Countrywide?

Nein. Tatsache ist, unser Geschäft läuft gut. Fehlentscheidungen wie der Kauf von Countrywide liegen Jahre zurück, auch wenn sie noch belasten. Wichtig ist aber, wie das Geschäftsmodell der Bank of America in Zukunft aussieht. Hier haben wir mit der breiten Aufstellung bei Privatkunden, im Kreditkartengeschäft und im Investment-Banking den richtigen Mix. Das Universalbankenmodell wird auf Dauer gewinnen.

Sie zeigen viel Zuversicht.

Auf jeden Fall. Es wird viel geschrieben, wie schlecht es um die Branche steht, wie die Regulierung die Banken knebelt. Tatsache ist, im operativen Geschäft läuft es gut.

Schauen wir tiefer. Im Investment-Banking sieht es düster aus. Im vergangenen Quartal gab es Gewinneinbrüche.

Das hängt vom Marktumfeld ab. Das erste Halbjahr 2011 lief für die Geldhäuser sehr gut. Fast wurde ein neuer Rekord markiert. Das Marktvolumen stieg um fast 35 Prozent. Das zweite Halbjahr war genau das Gegenteil mit einem Minus von 40 Prozent. Der Markt muss also insgesamt drehen. Die Euro-Krise bedarf dringend einer Lösung, zumindest muss sie kontrollierbar werden.

Gibt es überhaupt Chancen auf eine Lösung?

Kurzfristig bleibt die Hoffnung gering. Andererseits, jede Initiative, jeder zusätzliche Monat hilft bei der Lösung. Mit anderen Worten: Je mehr kleine Krisenherde wir löschen können, desto näher kommen wir einer Gesamtlösung. Es lassen sich hier Parallelen zur Hypothekenkrise in den USA ziehen. Auch hier gibt es keine Lösung auf einen Schlag, sondern viele kleine Schritte, die das Gesamtumfeld verbessern.

Die Krise aussitzen?

Sie wird abgearbeitet. Denken Sie an das Angebot vom dreijährigen Geld an die Banken durch die Europäische Zentralbank (EZB). Die Institute sind mit knapp 500 Milliarden Euro an frischen Mitteln versorgt worden. Oder die Sparmaßnahmen in Italien und Spanien. Das sind alles Mosaiksteine, die am Ende zu einer Lösung führen.

Wenn wir aus dem Krisenmodus kommen, können Banken dann wieder Vorsteuergewinne von 25 Prozent erzielen?

Renditeziele haben sich in den letzten Jahren nachhaltig verändert.

Wie stark werden sie sinken?

Das Bild gewinnt gerade Konturen. Erster Punkt ist, wie viel zusätzliches Kapital benötigen die Banken. Zweitens, wie sieht das wirtschaftliche Umfeld aus. Eine zweistellige Rendite erachte ich als gut.

Also zehn bis 15 Prozent?

Das wäre ein gutes Resultat. Es wird bestimmt Jahre und Zweige in der Bankbranche geben, wo man schon mit acht bis zehn Prozent zufrieden sein muss.

Ist das gesund? Weniger Risiko, aber auch weniger Verdienst?

Dass das Risiko im Finanzsystem verringert wird, sehe ich positiv. Viele der Finanzinstrumente, die in den Jahren 2005 bis 2007 auf die Spitze getrieben wurden, wie mehrfach verpackte Kreditderivate, gibt es nicht mehr. Gleichzeitig erschwert aber die schärfere Regulierung das Geschäft.

Konkret: Lohnt sich der Wertpapierhandel überhaupt noch?

Auf jeden Fall. Es ist weiterhin ein sehr profitables Geschäft, wenn auch nicht in jedem Quartal. Aber es ist schwieriger geworden und nicht mehr vergleichbar mit der Zeit vor ein paar Jahren, als jeder hier viel Geld verdienen konnte. Zudem kommen härtere Regeln auf uns zu, wie die Volcker-Vorschläge in den USA, die uns sehr beschäftigen und etwa den Eigenhandel verbieten.

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Warum Kosten gesenkt werden müssen

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