Bank Sarasin bewertet öffentliche Finanzinstitutionen: Nachhaltigkeit senkt Risiken von Anleihen

Bank Sarasin bewertet öffentliche Finanzinstitutionen
Nachhaltigkeit senkt Risiken von Anleihen

Umweltorientierte Anleger finden in den Anleihen der Weltbank, der Landesbank Baden-Württemberg, der österreichischen Kontrollbank, der Entwicklungsbank des Europarates und der Asian Development Bank besonders risikoarme Anlagen.

BERLIN. Das ermittelte die Schweizer Bank Sarasin in einer Studie zur Nachhaltigkeit öffentlicher Finanzinstitutionen. Besonders schlecht schneiden dagegen in dem Vergleich von 28 großen, weltweit agierenden Anleiheemittenten die NRW-Bank und die Europäische Investitionsbank (EIB) ab.

Die meisten öffentlichen Institute erhalten zwar von Ratingagenturen wie Standard & Poor’s wegen der Staatsgarantien gute Bonitäten. Aber weil die klassischen Finanzratings nachhaltige, das heißt ökologische und soziale Aspekte nicht berücksichtigen, sind daraus entstehende Risiken in diesen Ratings nicht enthalten. „Wenn Projekte zum Beispiel zur Finanzierung von Staudämmen und Ölpipelines scheitern, wirkt sich das im Nachhinein nachteilig auf die Bonität und den Anleihekurs aus. Dieses Risiko können Nachhaltigkeitsratings minimieren“, erläutert Sarasin-Analyst Klaus Kämpf, Autor der Studie.

Das Rating bewertet einerseits die Umwelt- und Sozialverträglichkeit des öffentlichen Leistungsauftrages. In den meisten Fällen fördert dieser eine nachhaltige Entwicklung durch Armutsbekämpfung, Bildungs-, Gesundheits- und Umweltschutzprojekte. Andererseits wird bewertet, wie gut und nachhaltig die Institutionen ihren Auftrag umsetzen. Hier jedoch bestehen große Unterschiede. Sechs Institutionen sind Vorreiter, auch weil sie die Risiken ihrer Geschäftstätigkeit minimieren. Sieben Institute aber klassifizieren die Schweizer als nicht nachhaltig ein.

Mindestens 100 Mrd. Euro an An-leihen emittieren öffentliche Finanzinstitute jährlich, schätzen Experten. Allein die Weltbank begebe jedes Jahr mehrere Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 10 Mrd. Euro. Mit diesen könnten Anleger sich gut aufgehoben fühlen, meint Kämpf. Die Weltbank wendet seit Jahren detaillierte und umfassende Umwelt- und Sozialstandards für die Finanzierung von Projekten in Schwellen- und Entwicklungsländern an. Sie setzte damit einen Branchenstandard, die „Äquator Prinzipien“, an den sich inzwischen auch große Privatbanken halten.

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