Bank sieht keine Anhaltspunkte für eine Schädigung Dritter bei Immobilienkäufen: Risikoausschuss der HSH Nordbank schaltet externen Gutachter ein

Bank sieht keine Anhaltspunkte für eine Schädigung Dritter bei Immobilienkäufen
Risikoausschuss der HSH Nordbank schaltet externen Gutachter ein

Der Risikoausschuss der HSH Nordbank hat gestern Vorstandschef Alexander Stuhlmann sowie dem Vorstandsmitglied Peter Rieck den Rücken gestärkt. Der Ausschuss sehe gegenwärtig keine Anhaltspunkte für Vorwürfe gegen die beiden Vorstandsmitglieder, teilte die Bank mit. Dennoch will der Risikoausschuss einen externen Wirtschaftsprüfer einschalten, um die Vorwürfe zu prüfen.

HAMBURG. Anlass hierfür ist, dass die HSH-Vorstände im April 2004 privat eine Immobilie von der inzwischen insolventen Immobiliengruppe Agiv erworben haben. Zu diesem Zeitpunkt war den Vorständen die wirtschaftliche Schieflage des Konzerns bekannt. Damit hätten sie durch den Hauskauf bewusst andere Gläubiger geschädigt, lauten die Vorwürfe.

Die HSH Nordbank ist eine der größten Gläubigerbanken der Agiv-Gruppe. Sie ist ferner an der Agiv Tochter Deutsche Real Estate AG mit fünf Prozent beteiligt. An die Deutsche Real Estate hatte die Bank Kredite im dreistelligen Millionenbereich vergeben, an die Agiv Real Estate einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

Auch die Agiv-Aktionäre fordern Auskunft darüber, ob das Immobiliengeschäft der Vorstände zu Lasten der Anteilseigner gegangen ist. „Es muss geprüft werden, ob die Immobilie möglicherweise unter Marktwert an die Vorstände abgegeben wurde und dadurch dem Unternehmen Substanz verloren gegangen ist“, sagte der Frankfurter Rechtsanwalt Horst Schlüchter dem Handelsblatt. Er vertritt eine Reihe von Agiv-Aktionären, die auf der Hauptversammlung am Freitag eine Sonderprüfung beantragen wollen. Die HSH Nordbank erklärte hierzu, dass der Agiv-Vorstand die Objekte mit Gewinn verkauft habe.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte erst Ende 2004 diverse Einzelengagements im Immobilien- und im Kreditbereich der Bank geprüft, darunter auch das Engagement bei der Agiv-Gruppe. Die Prüfung sei abgeschlossen, der förmliche Prüfungsbericht stehe kurz vor dem Abschluss, teilte die Bank mit. Die HSH Nordbank hat inzwischen eine Wertberichtigung auf ihr Agiv-Engagement in niedriger zweistelliger Millionenhöhe vorgenommen. Die Agiv Real Estate hatte Ende 2004 Insolvenz angemeldet.

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