Bank will bei Konsolidierung in Europa mitspielen: Société Générale enttäuscht den Markt

Bank will bei Konsolidierung in Europa mitspielen
Société Générale enttäuscht den Markt

Gut, aber nicht überragend - so verlief das Geschäftsjahr 2003 für die Société Générale (SG). Frankreichs drittgrößte Bank schaffte zwar mit gut 5 Milliarden € einen Rekord beim Betriebsergebnis.

cn PARIS. Der operative Betriebsgewinn lag mit 1,1 Mrd. € aber unter den Analystenerwartungen. SG-Chef Daniel Bouton nannte die Aussichten für 2004 „eher günstig“ und unterstrich erneut, dass sein Haus für Konsolidierungsbemühungen im europäischen Bankensektor „offen“ sei.

Anders als sein Kollege Baudouin Prot von BNP Paribas schließt Bou-ton nichts aus. Prot hatte kürzlich gesagt, an einer deutschen Großbank sei sein Haus nicht interessiert. Zugleich hatte er die BNP-Kriegskasse auf 5 bis 6 Mrd. € beziffert. Bouton sagte, die SG sei zu „Investitionen in erheblicher Höhe“ in der Lage - Zahlen wollte er aber nicht nennen. 1999 versuchte Bouton, BNP und die Investmentbank Paribas zu übernehmen. Der damalige BNP-Chef Michel Pébereau schluckte per Gegenofferte Paribas; SG blieb alleine.

Auftrumpfen konnte Bouton beim Nettogewinn: Er stieg im vierten Quartal um 77% auf 644 Mill. €. Im Gesamtjahr verdiente SG 2,5 Mrd. € - mehr als drei Viertel soviel wie im Vorjahr. Mit einer Rendite nach Steuern von (Return on Equity; ROE) von 16,2% sei SG zudem „eine der solidesten Banken Europas“, sagte Finanzvorstand Frédéric Oudea. 2002 lag die Rendite nur bei 9,4%.

An diesen Erfolgen möchte Bouton auch die Aktionäre beteiligen: Er will der Hauptversammlung vorschlagen, die Dividende von 2,10 auf 2,50 € pro Aktie zu erhöhen. Die Börse konnte das nicht beschwichtigen: Die SG-Aktie verlor gestern in Paris bis zu 4,5%, erholte sich zum Börsenschluss hin jedoch wieder leicht.

„Insgesamt sind das ein gutes Ergebnis, aber das Investment-Banking ist doch etwas enttäuschend“, sagte Eric Hazart, Analyst beim Brokerhaus Exane in Paris. Zwar verdoppelte die Sparte ihren Nettogewinn auf gut 1 Mrd. €. Doch angesichts der Börsenerholung im vergangenen Jahr hatten viele Analysten noch bessere Zahlen erwartet. Anders als beim Rivalen BNP Paribas wurde bei SG das Investmentgeschäft noch nicht zum treibenden Wachstumsmotor.

Bei SG halten sich Investment- und Retailgeschäft die Waage. Basis von SG ist nach wie vor das Filialnetz in Frankreich. Der Nettogewinn stieg hier um 6,2% auf 878 Mill. € und die Rendite nach Steuern auf 19,7%. „Das bestätigt, wie ro-bust unser Modell ist“, sagte Finanzchef Oudea. Mit 8,3 Mill. Kunden ist SG Frankreichs Marktführer im Privatkundengeschäft.

Wachstumspotenzial für die nächsten Jahre sieht SG-Chef Bouton vor allem bei Finanzdienstleistungen wie Leasing, der Vermögensverwaltung und beim Retailgeschäft im europäischen Ausland. Hier hat SG bereits 5 Millionen Kunden mit Filialen in Ländern wie Tschechien, Bulgarien, Ägypten und Marokko. Die Übernahmeverhandlungen mit der General Bank of Greece will Bouton bald abschließen.

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