Bank will sparen Schwedische SEB baut um

Die schwedische Bank SEB will ihr Privatkundengeschäft umstrukturieren und dadurch Kosten sparen. Wie SEB-Chefin Annika Falkengren am Montag in Stockholm bekannt gab, wird die neue Privatkunden-Sparte von Anfang kommenden Jahres an insgesamt sechs Teilbereiche umfassen.

hst STOCKHOLM. Neben einer Kreditkarten-Division wird die Privatkunden-Sparte aus Länderbereichen für Deutschland, Schweden, Litauen, Lettland und Estland bestehen. Außerdem will die Bank ihre Vermögensverwaltung mit der Sparte für reiche Privatkunden zusammenlegen.

Die Auswirkungen der Umstrukturierung auf das Deutschland-Geschäft bezeichnete ein Sprecher der SEB gegenüber dem Handelsblatt als „gering“. „Es wird eine stärkere Koordinierung der Länderbereiche mit der Konzernzentrale in Stockholm angestrebt“, sagte er. Ein Stellenabbau sei nicht geplant. Man sehe die Umstrukturierung „sehr entspannt“.

Falkengren hatte allerdings bereits vor einigen Monaten deutlich gemacht, dass die deutsche SEB, die die Schweden vor sechs Jahren aus der übernommenen Bank für Gemeinschafwirtschaft (BfG) bildeten, rentabler arbeiten muss. Selbst ein Verkauf der SEB AG sei nicht ausgeschlossen, sollte die Rentabilität bis 2008 nicht verbessert werden. Zuletzt hatte Falkengren jedoch gesagt, die deutsche Tochter befände sich „auf dem richtigen Weg“. Dennoch sind die Unterschiede zwischen der Deutschland-Tochter und dem übrigen Konzern weiterhin deutlich: Während in Deutschland nur eine Rendite von rund sieben Prozent erzielt wird, liegt sie für den Gesamtkonzern bei nahezu 16 Prozent.

Falkengren gab weder ein Volumen der Umstrukturierungsmaßnahmen an, noch nannte sie ein Sparziel. In der schwedischen Presse war zuvor spekuliert worden, dass die SEB rund fünf Prozent ihrer bisherigen Kosten einsparen wolle. Analysten hatten das Volumen der Einsparungen auf 500 Mill. bis 1,5 Mrd. Kronen beziffert.

Die SEB kämpft seit längerem mit höheren Kosten als ihre schwedischen Konkurrenten: Während die Handelsbanken nur knapp über 40 Kronen aufwendet, um 100 Kronen zu verdienen, lag der Kostenanteil am Verdienst bei der SEB im vergangenen Jahr bei 65 Prozent. Dieses Verhältnis soll nach Worten von Falkengren ab 2008 auf „unter 60 Prozent“ gesenkt werden.

Analysten in Stockholm zeigten sich enttäuscht, dass die Bank keine näheren Einzelheiten über die konkreten Maßnahmen zur Kostensenkung nannte. Der Kurs der SEB-Aktie blieb an der Börse nahezu unverändert.

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