Banken Ackermann schaut skeptisch in die Zukunft

Josef Ackermann geht davon aus, dass die Wirtschaftskrise länger dauern wird als derzeit vermutet wird. Der Chef der Deutschen Bank warnt außerdem vor neuen Rückschlägen. Von Normalisierung sei man noch weit entfernt. Nicht zuletzt warf der Schweizer einen skeptischen Blick auf das Verhalten des Staates.
Deutsche-Bank-Chef Ackermann warnt vor zu viel Optimismus. Quelle: dpa

Deutsche-Bank-Chef Ackermann warnt vor zu viel Optimismus.

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HB BERLIN. Ackermann hat vor einem längeren Andauern der Wirtschaftskrise gewarnt. „Wir werden uns noch etwas länger in einer sehr schwierigen Phase bewegen“, sagte Ackermann am Donnerstagabend in Berlin auf einer Journalistenveranstaltung. Zwar gebe es Belege für eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau, es könne aber noch nicht von einer Normalisierung gesprochen werden. Die Erholung in den USA werde vermutlich eher einsetzen als in Europa. Gleichwohl gebe es in beiden Regionen weiterhin Potenzial für Rückschläge. „Wenn wir nicht alle aufpassen, könnten am Ende alle Verlierer sein: der Markt und der Staat, weil beide enttäuscht haben“.

Einen konkreten Zeitraum nannte Ackermann nicht. Er betonte aber: „Die transatlantischen Partner werden überhaupt nur dann noch eine Chance haben, die Rahmenbedingungen auch für die Weltwirtschaft von morgen mit zu gestalten, wenn sie gemeinsam agieren.“ Die Folgen der Krise würden „den relativen Abstieg des Westens gegenüber den aufstrebenden Nationen beschleunigen.“

Das Engagement des Staates im Finanzsektor werde länger andauern, „als man sich das wünschen kann“, sagte Ackermann. Er blicke mit Sorge auf die größere Rolle des Staates. „Wer den Staat immer mehr und größere Aufgaben überträgt, überfordert diesen letzten Endes.“ Zudem führe die große Rolle des Staates „fast zwangsläufig zu mehr Protektionismus.“ Es drohe eine Renationalisierung der Finanzmärkte. Solange die Immobilienkrise in den USA nicht behoben sei, werde es keine Erholung geben.

Mit Blick auf die Diskussion um Neubewertung von Währungen, sagte Ackermann, er glaube nicht, dass es im Währungsbereich gravierende Verwerfungen geben werde. Aber gewisse Fragen der Währungsreserven müssten neu diskutiert werden. So werde etwa die chinesische Währung bedeutender.

Verbriefungen, Derivate und nicht standardisierte OTC-Geschäfte würden auch in Zukunft Platz im Finanzsystem haben, sagte Ackermann. Ohne modernes Investmentbanking wären Wachstum und Wohlstand deutlich geringer.

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