Banken Barclays speckt in Italien ab

Der neue Barclays-Chef Staley ist erst seit wenigen Tagen im Amt, doch er packt gleich richtig an: Gerade hat das Institut seine Italientochter verkauft. Die Konsolidierung könnte der Deutschen Bank als Vorbild dienen.
Die britische Großbank will sich künftig aufs Kerngeschäft konzentrieren. Quelle: AFP
Barclays

Die britische Großbank will sich künftig aufs Kerngeschäft konzentrieren.

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Mailand, London, FrankfurtDer neue Chef der britischen Großbank Barclays, Jes Staley, beschleunigt die Aufräumarbeiten. Das Institut gibt sein Privatkundengeschäft in Italien an eine Tochter der dortigen Mediobanca, CheBanca, ab. Beide Häuser verkündeten den Deal am Donnerstag und bestätigten damit Reuters-Informationen aus Finanzkreisen.

Demnach übernimmt CheBanca 89 Filialen mit 220.000 Kunden, 620 Mitarbeitern und einem Hypothekenportfolio im Volumen von 2,9 Milliarden Euro. Barclays setzt damit seine Schrumpfkur in Kontinentaleuropa fort, nimmt allerdings einen Verlust in Kauf. Denn als Mitgift bekommt das ausrangierte Geschäft noch einmal eine Kapitalspritze von 237 Millionen Euro.

„Diese Transaktion ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich Barclays wieder auf sein Kerngeschäft fokussiert“, erklärte Vorstandschef Staley, der erst seit wenigen Tagen im Amt ist und die langwierige Sanierung des Geldhauses zu Ende bringen soll. Das Privatkundengeschäft im europäischen Ausland gehört nicht mehr dazu.

In Spanien und Portugal wurden die Filialen bereits verkauft, der Schritt in Italien war daher erwartet worden. Mit ausgewählten Dienstleistungen des Investmentbankings, insbesondere für Unternehmenskunden, bleibt Barclays in diesen Ländern aber präsent. Hier verspricht sich das Institut höhere Margen als im Massengeschäft.

Barclays zählt wie die Deutsche Bank zu jenen Geldhäusern, die von der Konkurrenz abgehängt wurden, weil die Rendite schwach ist. Auch die größte deutsche Bank will deshalb unter ihrem neuen Chef John Cryan kleiner und schlanker werden.

Das trifft im Heimatmarkt vor allem das Privatkundengeschäft – durch den Verkauf der Postbank und die Schließung von 200 der insgesamt noch 750 „blauen“ Filialen. Das Privatkundengeschäft in Spanien, Portugal, Italien, Belgien und Polen soll nach Konzernangaben zwar erhalten bleiben, es wird aber ebenfalls ausgedünnt.

Die Stars der Bankenwelt
Beste Devisenbank: Citibank
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Das US-Magazin „Global Finance“ hat für seine Rangliste der besten Banken 2015 Banken mehrerer Länder unter die Lupe genommen. In die Wertung flossen dabei objektive Kriterien wie das Wachstum des verwalteten Vermögens oder die Profitabilität ebenso ein wie subjektive Einschätzungen von Bankberatern oder Analysten. Die Gewinner wurden in zwölf Kategorien gekürt.

In der Kategorie beste Devisenbank wurde die Citibank ausgezeichnet. Die Marktkapitalisierung erreichte in diesem Jahr 155,8 Milliarden Dollar.

Beste islamische Bank: Al Baraka Bank
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Die Al Baraka Bank mit Sitz in Bahrain ist für „Global Finance“ das beste islamische Finanzinstitut. Die Bank verfüge über eine starke Präsenz im mittleren Osten und Nordafrika mit Standorten in Libyen, Tunesien, Sudan, Algerien, Libanon und Ägypten. Außerdem unterhält die Bank Niederlassungen in Südafrika, Indonesien, Pakistan und der Türkei. Die Marktkapitalisierung der Al Baraka Bank wurde in diesem Jahr auf 1,21 Milliarden Dollar beziffert.

Cash Management: Citigroup
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Auch im Cash Management sieht „Global Finance“ die Citibank an der Spitze. Die entsprechende Sparte der Bank verfügt über eine beeindruckende Kundenliste mit multinationalen Firmen und auch Finanzinstituten.

Bester Handelsfinanzierer: HSBC
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In der Kategorie „Bester Handelsfinanzierer” kann die britische HSBC punkten. HSBC gehört nicht nur zu den größten Unternehmen der Welt sondern ist auch Europas größte Bank. Ermöglicht wurde dies vor allem durch eine Marktkapitalisierung von 140,9 Milliarden Dollar.

Beste Sub-Depotbank: Citibank
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Und in noch einer Kategorie siegt die Citibank. Als beste Sub-Depotbank sieht „Global Finance“ das Geldhaus ganz vorne. Die US-Großbank verfüge vermögensrechtlich über das größte Depot-Netzwerk der Welt. Die Marktkapitalisierung der US-Großbank erreichte in diesem Jahr umgerechnet 155,8 Milliarden Dollar.

Beste Investmentbank: JP Morgan
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In der Kategorie beste Investmentbank wurde die US-Bank JP Morgan ausgezeichnet. Mit Einnahmen von 1,093 Milliarden Dollar allein durch Anleihe-Geschäfte ist die Bank in diesem Bereich die Nummer eins. Das Geldhaus ist die größte Bank der USA und laut „Forbes“ das weltweit zweitgrößte börsennotierte Unternehmen. Die Marktkapitalisierung der Bank erreichte 2015 231,4 Milliarden Dollar.

Beste Depotbank: Bank of New York Mellon
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Mit einer verwalteten Vermögenssumme von mehr als 27 Milliarden Dollar ist die Bank of New York Mellon laut „Global Finance“ die größte Depotbank der Welt. Die Marktkapitalisierung der US-Bank erreichte in diesem Jahr 43,2 Milliarden Dollar.

Finanzkreisen zufolge stehen im Ausland etwa 100 Filialen auf der Streichliste, fast alle in Italien, wo die Deutsche Bank noch rund 370 Niederlassungen hat. „Vielerorts ist dies das selbe margenarme Geschäft wie bei der Postbank. Warum sollte man es in Italien behalten, wenn man es in Deutschland abstößt?“, beschreibt ein Insider die Diskussion im Aufsichtsrat. Die Bank hat ihre Detailpläne für die einzelnen Auslandsmärkte bislang nicht offengelegt. Reuters hatte als erstes über die bevorstehende Abspeckkur in Italien berichtet.

  • rtr
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