Banken bauen Vermögensverwaltung im Stadtstaat aus Singapur lockt die Anleger

Reiche Deutsche zieht es nach Singapur. Der Stadtstaat entwickelt sich zunehmend zu einem internationalen Zentrum für die Vermögensverwaltung. Um in diesem hochprofitablen Geschäft weiter zu wachsen, eröffnet die DZ Bank Gruppe im Private Banking Anfang nächster Woche die DZ Bank International in Singapur.
  • Robert Landgraf und Christoph Rabe

SINGAPUR. Sie reagiert damit auf den harten Wettbewerb in Deutschland. „Unsere Wettbewerber werben bereits mit dem Argument Singapur“, sagt Heinz Hilgert, Vorstandsmitglied der DZ Bank, gegenüber dem Handelsblatt. Vor allem die Schweizer UBS in Deutschland und die Deutsche Bank rührten die Werbetrommel, heißt es in Branchenkreisen.

Für Hilgert ist Singapur wegen politischer Verlässlichkeit, niedriger Steuersätze und wegen eines besonders abgesicherten Bankgeheimnisses für Vermögende interessant. Das Bankgeheimnis sei sicherer als in der Schweiz, urteilt Daniel Truchi, Chef von SG Private Banking im asiatisch-pazifischen Raum, einer Tochter der französischen Société Générale. Für sein Institut sieht er Wachstumsraten von über 50 Prozent in diesem Jahr. Dabei halte die Profitabilität Schritt mit dem Wachstum.

Singapur hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Drehscheibe für die Verwaltung von Privatvermögen auch aus Europa heraus entwickelt. Laszlo Kovacs, Steuerkommissar der Europäischen Union, befürchtet eine zunehmende Steuerflucht nach Asien und will deshalb noch bis Ende des Jahres mit Singapur und Hongkong in Verhandlungen über eine Quellensteuer oder Informationskooperationen treten. In Singapur wird aber keine Chance für ein derartiges Abkommen gesehen. Die Schweiz erhebt für die Europäische Union seit Juli vergangenen Jahres eine Quellensteuer bei EU-Bürgern.

Allein im vergangenen Jahr wurden in Singapur mit seinen gut vier Millionen Einwohnern rund 80 neue Anlagegesellschaften gegründet. Insgesamt gibt es 384 Vermögensverwalter, davon 22 mit Portfolios, die sich auf mehr als fünf Mrd. Singapur-Dollar (2,5 Mrd. Euro) addieren, hat die Zentralbank Monetary Authority of Singapur (MAS) errechnet. Der Wert der aus Singapur verwalteten Gelder stieg im vergangenen Jahr um 26 Prozent auf 720 Mrd. Singapur-Dollar. Noch im Jahr 2000 betrug das Vermögen 276 Mrd. Singapur-Dollar.

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