Banken-Elite
Investmentbanken läuft der Nachwuchs davon

Viel Geld verdienen und ein glückliches Leben führen möchte die junge Harvard-Elite. Doch große Investmentbanken können das nicht bieten. Im Kampf um die besten Köpfe verlieren sie gegen Technologieunternehmen.
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DüsseldorfAm Wochenende in Arbeit zu versinken, stundenlang an Präsentationen basteln und unzählige Nachtschichten in glänzenden Wolkenkratzern der Finanzmetropolen dieser Welt schieben – auf solche Dinge waren Absolventen der Harvard Business School einst stolz und sorgten für Neid bei ihren weniger erfolgreichen Freunden. Doch die Zeiten sind vorbei. Doch die jungen Überflieger heute haben keine Lust, sich für ein Unternehmen kaputtzuarbeiten. Und schon gar nicht für eine Bank. Beliebte Arbeitgeber stattdessen: Technologieunternehmen.

„Früher brüsteten sich die Leute: '21-Stunden-Tage, sieben Tage die Woche, acht Monate am Stück' - das galt als Auszeichnung”, sagt Kiran Gandhi. Die Havard-Absolventin hat sich – wie viele andere aus ihrem Jahrgang – bei einem Technologieunternehmen beworben. „Heute heißt es: 'Ich arbeite von 9 bis 5, bekomme einen Haufen Geld und habe ein großartiges Leben.'”

Das Mekka der jungen Elite heißt Silicon Valley. Dort sitzen Apple und Google neben jungen Startup-Unternehmen. Die Millionenstadt San Francisco ist nicht weit mit ihren Bars und Clubs, dem Meer und den Szenevierteln. Und die Mieten sind für die junge Tech-Elite mehr als erschwinglich. Das Silicon Valley, wo man noch mit einem eigenen Startup Millionen verdienen kann, lässt die strengen Investmentbanken alt und grau aussehen. Anders als die Internetkonzerne sind sie seit der Finanzkrise Gegenstand der permanenten Behördenregulierung.

Und auch bei der Behandlung junger Arbeiter gerieten die Banken immer wieder in die Kritik. Aufsehen erregte der Tod eines Praktikanten der Bank of America in London. Im vergangenen Jahr sorgten Praktikanten in Hong Kong für Empörung. Sie erzählten dem Wall Street Journal, dass sie auf der Toilette Nickerchen halten würden, um bei den langen Arbeitszeiten mitzuhalten.

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