Banken Das langsame Sterben der Filiale

Seite 3 von 6:
Es kommt Bewegung in die Beziehung Bank und Kunde

Das Schlusslicht bilden die Deutsche Bank und die Postbank. Nirgends fühlen sich die Kunden schlechter beraten, keiner anderen Bank vertrauen die Befragten weniger. Außerdem raten Kunden der Deutschen Bank und der Postbank ihren Bekannten oftmals von beiden Instituten ab. Der NPS der Postbank liegt bei minus 13. Die Deutsche Bank belegt mit minus 14 sogar den letzten Platz.

Christian Rauscher, Geschäftsführer von Emotion Banking, hat dafür eine einfache Erklärung: „Bei der Deutschen Bank hat die Unzufriedenheit mit den Skandalen in der Vergangenheit zu tun“, meint er. „Wir haben in unserer Studie einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Image der Bank und dem Vertrauen der Kunden feststellen können.“

Die Deutsche Bank wollte die Studie nicht kommentieren. Ein Sprecher versicherte allerdings, dass man die Ergebnisse ernst nehme und nach eingehender Analyse gegebenenfalls Verbesserungen im Privatkundengeschäft einführen wolle.

Aber nicht nur die Kunden der Deutschen-Bank-Gruppe sind nicht immer glücklich mit ihrem Geldhaus. Immerhin ein Viertel der Befragten haben sich unlängst über ihre Bank geärgert. Fast immer ist es das Preis- und Konditionenthema, das die Gemüter erhitzt. Dieses Problem ist eine indirekte Folge der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Weil den Banken die Zinsmarge wegbricht, läuten sie das Ende der Gratiskultur ein und versuchen mit höheren Gebühren für Konten und andere Dienstleistungen, ihre Einnahmen aufzupeppen, durchaus mit Rückendeckung der Aufseher.

All diese Ergebnisse zeigen, dass Bewegung in die Beziehung zwischen Kunde und Bank kommt. Das eröffnet Einfallstore für neue Angreifer wie junge technologiegetriebene Finanzfirmen, die sogenannten Fintechs. Den etablierten Geldhäusern bleibt der Trost, dass noch Zeit ist, den Angriff der neuen Konkurrenz abzuwehren. Bisher sind nur 2,7 Prozent der Befragten Kunde eines Fintech-Unternehmens, 57 Prozent kennen keinen einzigen dieser Anbieter.

Die Banken müssen diese Zeit allerdings auch nutzen, um ihr Image zu verbessern. Eine Methode, dieses Ziel zu erreichen, ist das gesellschaftliche Engagement. Das war zwar einst zentraler Gründungsauftrag vieler Institute. Doch kaum einer der befragten Kunden nimmt den Einsatz der Banken für die Gesellschaft heutzutage noch wahr.

Welche Banken die besten Noten bekommen haben
Seite 123456Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Banken - Das langsame Sterben der Filiale

9 Kommentare zu "Banken: Das langsame Sterben der Filiale"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Toni Ebert11.10.2017, 16:50 Uhr
    Eine Umfrage fürs Handelsblatt zeigt, dass immer mehr Kunden ohne FAZ, SZ, Bild; HB auskommen. Gleichzeitig lässt die Treue zu den Mainstram-Medien nach – ein Problem vor allem für das HB.
    --------------------
    Wer braucht schon die Bild - ich jedenfalls habe dieses Blatt in meinem bisherigen Leben nicht gebraucht und werde es auch nicht gebrauchen.

    Eine Umfrage für das Handelsblatt ..... - wo gibt es die Veröffentlichung?

    Es gibt doch viele Leser, die das Handelsblatt nutzen - Sie doch auch Herr Ebert, wie Ihre täglichen Kommentare zeigen. Wie einige, Sie hätten doch sonst Entzugserscheinungen.

  • keine Überraschung schon 1999 hat Microsoft auf das Potential der Einsparung bei Banken weltweit hingewiesen - gleichzeitig Offerten der Zusammenarbeit angeboten. Nun 18 Jahre später beugt man sich den Kosten.

  • Eine Umfrage fürs Handelsblatt zeigt, dass immer mehr Kunden ohne FAZ, SZ, Bild; HB auskommen. Gleichzeitig lässt die Treue zu den Mainstram-Medien nach – ein Problem vor allem für das HB.

    hihi, schon interessant, wie das alles so zusammen passt.

  • sorry.....der Mensch hat dazu gelernt....hat sich geöffnet....

  • .......noch schnell.....ein paar Takte.....zu der Entwicklung....bei den Banken....und bei den anderen Neuerungen.....in der Wirtschaft....seit langer...langer Zeit

    ......soll nun geweint werden.....das die gute alte Schreibmaschine.....in der Praxis kein Thema mehr ist?.....sollen melancholische Gedanken......Sprache + Gesänge nun angekündigt und durchgeführt werden?.....
    .....doch sicher nicht....nicht wahr?

    .......ist es doch eher ein Zeichen.....von Fortschritt....Intelligenz + Kraft....dass diese Entwicklungen durchgeführt wurden und werden....der Mensch dazu lernt....sich öffnet....um Neues...Richtiges und auch Gutes....in seine Zentrale...oben reinzulassen.....um an den Fortschritten teilzunehmen.....
    .....also kein Gejammere......und die aufgerissenen alten Lücken......zu schließen....falls Personal gehen muß...
    .....ist auch hier der Mensch....klug genug....Wege und neue Unterkünfte.....zu finden....damit keiner auf der Straße landet......

  • Die Filiale wird definitiv aussterben und der blöde Kunde wird für Selbstbedienung auch noch selbst zahlen müssen.

  • Bei mir persönlich ist es anders: Nach einigen Erfahrungen mit den im Artikel genannten Banken, die z. T. belastend waren, sowie mit Internetbanken (die IngDiba möchte ich lobend erwähnen) . habe ich jetzt quasi "nach Hause gefunden". Ein Bankkontakt mit Wohlfühlcharakter: Die HypoVereinsbank Dresden: Sehr kompetent und sehr freundlich werde ich dort im persönlichen Gespräch, per Mail und telefonisch betreut. Phantastisch!

  • Meine letzten Erfahrungen mit Bankangestellten:
    1."Devisen haben wir direkt keine mehr vorrätig. Die müssen wir bestellen. Das dauert einige Tage."
    2. Obwohl explizit darauf hingewiesen, dass eine SEPA-Überweisung nicht möglich ist, da mein Geschäftspartner seine Bank zwar im UK, aber NICHT im SEPA-Raum (Kanalinseln) hat, machte der Bankangestellte eine SEPA-Überweisung, die natürlich nicht gebucht werden konnte.
    -> Der Service wird nach meinen eigenen Erfahrungen auch immer schlechter.
    Insbesondere für die ältere Generation, die nicht Computer- oder Smartphone-affin ist.

  • Sollen wir jetzt weinen?
    Die Deutsche Bank hat soviel in Strafen bezahlt in den letzten Jahren und ist noch lange nicht damit fertig. Keine Kundennähe, keinen Mut zum Risiko für newcomer, aber selber nichts als Probleme bereiten und sich dann noch königlich dafür zu Entlohnen. Es ist richtig wenn der Kunde sich das merkt.
    .
    Sparkasse muss sich wohl umstellen. Mangelnden Mut und Kundennähe gibt es leider auch hier. Die brauchen uns nicht ..... Schade.
    Dann eben weiter so.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%