Banken
Das langsame Sterben der Filiale

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Es kommt Bewegung in die Beziehung Bank und Kunde

Das Schlusslicht bilden die Deutsche Bank und die Postbank. Nirgends fühlen sich die Kunden schlechter beraten, keiner anderen Bank vertrauen die Befragten weniger. Außerdem raten Kunden der Deutschen Bank und der Postbank ihren Bekannten oftmals von beiden Instituten ab. Der NPS der Postbank liegt bei minus 13. Die Deutsche Bank belegt mit minus 14 sogar den letzten Platz.

Christian Rauscher, Geschäftsführer von Emotion Banking, hat dafür eine einfache Erklärung: „Bei der Deutschen Bank hat die Unzufriedenheit mit den Skandalen in der Vergangenheit zu tun“, meint er. „Wir haben in unserer Studie einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Image der Bank und dem Vertrauen der Kunden feststellen können.“

Die Deutsche Bank wollte die Studie nicht kommentieren. Ein Sprecher versicherte allerdings, dass man die Ergebnisse ernst nehme und nach eingehender Analyse gegebenenfalls Verbesserungen im Privatkundengeschäft einführen wolle.

Aber nicht nur die Kunden der Deutschen-Bank-Gruppe sind nicht immer glücklich mit ihrem Geldhaus. Immerhin ein Viertel der Befragten haben sich unlängst über ihre Bank geärgert. Fast immer ist es das Preis- und Konditionenthema, das die Gemüter erhitzt. Dieses Problem ist eine indirekte Folge der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Weil den Banken die Zinsmarge wegbricht, läuten sie das Ende der Gratiskultur ein und versuchen mit höheren Gebühren für Konten und andere Dienstleistungen, ihre Einnahmen aufzupeppen, durchaus mit Rückendeckung der Aufseher.

All diese Ergebnisse zeigen, dass Bewegung in die Beziehung zwischen Kunde und Bank kommt. Das eröffnet Einfallstore für neue Angreifer wie junge technologiegetriebene Finanzfirmen, die sogenannten Fintechs. Den etablierten Geldhäusern bleibt der Trost, dass noch Zeit ist, den Angriff der neuen Konkurrenz abzuwehren. Bisher sind nur 2,7 Prozent der Befragten Kunde eines Fintech-Unternehmens, 57 Prozent kennen keinen einzigen dieser Anbieter.

Die Banken müssen diese Zeit allerdings auch nutzen, um ihr Image zu verbessern. Eine Methode, dieses Ziel zu erreichen, ist das gesellschaftliche Engagement. Das war zwar einst zentraler Gründungsauftrag vieler Institute. Doch kaum einer der befragten Kunden nimmt den Einsatz der Banken für die Gesellschaft heutzutage noch wahr.

Kommentare zu " Banken: Das langsame Sterben der Filiale"

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  • Herr Toni Ebert11.10.2017, 16:50 Uhr
    Eine Umfrage fürs Handelsblatt zeigt, dass immer mehr Kunden ohne FAZ, SZ, Bild; HB auskommen. Gleichzeitig lässt die Treue zu den Mainstram-Medien nach – ein Problem vor allem für das HB.
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    Wer braucht schon die Bild - ich jedenfalls habe dieses Blatt in meinem bisherigen Leben nicht gebraucht und werde es auch nicht gebrauchen.

    Eine Umfrage für das Handelsblatt ..... - wo gibt es die Veröffentlichung?

    Es gibt doch viele Leser, die das Handelsblatt nutzen - Sie doch auch Herr Ebert, wie Ihre täglichen Kommentare zeigen. Wie einige, Sie hätten doch sonst Entzugserscheinungen.

  • keine Überraschung schon 1999 hat Microsoft auf das Potential der Einsparung bei Banken weltweit hingewiesen - gleichzeitig Offerten der Zusammenarbeit angeboten. Nun 18 Jahre später beugt man sich den Kosten.

  • Eine Umfrage fürs Handelsblatt zeigt, dass immer mehr Kunden ohne FAZ, SZ, Bild; HB auskommen. Gleichzeitig lässt die Treue zu den Mainstram-Medien nach – ein Problem vor allem für das HB.

    hihi, schon interessant, wie das alles so zusammen passt.

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