Banken-Expansion: Hamburger Sparkasse geht das Glück aus

Banken-Expansion
Hamburger Sparkasse geht das Glück aus

Deutschlands größte Sparkasse versucht seit längerer Zeit, ihre Beteiligungen in Schleswig-Holstein ausbauen. Doch nun gab es Planungspannen. Das Bundeskartellamt hat dem Expansionsdrang eine Zwangspause verordnet.
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BerlinDer Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse (Haspa) wird am Montag wieder eine starke Bilanz vorstellen. Rundherum zufrieden wird Harald Vogelsang dann aber trotzdem nicht sein, denn während das Geschäft der Haspa mit Privat- und Firmenkunden floriert, hakt es bei den Beteiligungen.

Erst kürzlich platzte eine geplante Fusion von zwei Sparkassen in Schleswig-Holstein, an denen die Haspa beteiligt ist. Und die seit Juni 2011 vorbereitete Beteiligung an der Sparkasse in Ratzeburg hängt schon seit Monaten beim Bundeskartellamt in der Warteschleife. Am 29. Februar soll eine Entscheidung darüber fallen, ob wettbewerbspolitische Bedenken bestehen.

Die Haspa gilt im Norden als Schwergewicht; der unangefochtener Marktführer der Hansestadt weist eine Bilanzsumme von mehr als 38 Milliarden Euro auf. Einzigartig ist auch die gesellschaftsrechtliche Konstruktion. Denn im Gegensatz zu anderen Sparkassen in überwiegend öffentlich-rechtlicher Trägerschaft ist die Haspa eine Tochter der Haspa Finanzholding, die in der alten hamburgischen Rechtsform einer „juristischen Person“ existiert - sie gehört sich eigentlich selbst.

Diese Holding hält nicht nur die kompletten Anteile an der Haspa, sondern auch Beteiligungen an vier Sparkassen in Schleswig-Holstein, die als AG firmieren (siehe Grafik). Im Oktober vergangenen Jahres bot sich eine Verdichtung der Beteiligungen an, als die Sparkassen von Rendsburg und Bredstedt Fusionsverhandlungen aufnahmen. Die gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen jedoch stellten insbesondere das kleine Institut Bredstedt vor Probleme. Vor wenigen Wochen platzten die Fusionsverhandlungen dann.

Mit einer Fusion wäre offensichtlich auch die Sparkasse in Rendsburg an ihre Grenzen gestoßen. „Der Bedarf an Mitarbeitern in Bredstedt ist noch größer als dies zu Beginn der Fusionsverhandlungen von allen Beteiligten eingeschätzt worden war“, sagte der Vorstandschef der Sparkasse Mittelholstein, Manfred Buncke, dem Handelsblatt. „Wir sind nicht der geeignete Partner“, betonte Buncke.

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Die Haspa sieht sich selbst nicht gern als Strippenzieher

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  • Toll, ein ganz Schlauer! Vielleicht geht es ja nicht immer nur um den letzten Rendite-Punkt!?

  • Die Haspa könnte noch mind. EUR 50-100 Mio mehr verdienen. Ohne
    ihr Risikoprofil groß zu verändern. Da müssen nur einmal besser
    Leute ans Ruder. Qualität der Mitarbeiter ist gefragt und nicht Masse an Mitarbeitern. Der Vorstand müsste nur einmal über seinen
    Schatten springen.

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