Banken-Gründer
Bettscheider verlässt Main-First

An der Spitze der Investmentbank Main-First vollzieht sich nun offiziell der vorbereitete Führungswechsel. Der Firmengründer bricht auf zu neuen Ufern. Ein Mitgründer rückt in den Vorstand auf.
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FrankfurtDie Frankfurter Investmentbank Main-First verliert ihren Firmengründer: Patrick Bettscheider, der das Institut vor zwölf Jahren gegründet hatte, verkauft seine Mehrheitsbeteiligung von 56 Prozent an die elf Mitgesellschafter und steigt Ende März aus dem Unternehmen aus, wie Main-First am Dienstag überraschend mitteilte. Eine Begründung gab Bettscheider nicht. „Für mich ist dies der richtige Zeitpunkt, um loszulassen und über neue unternehmerische Herausforderungen nachzudenken“, sagte der 51-jährige nur.

Zuletzt hatte Bettscheider mit dem Börsengang des Chemiekonzerns Evonik „durch die Hintertür“ Aufsehen in der Bankenbranche erregt. Nachdem mehrere Anläufe, Evonik an die Börse zu bringen, gescheitert waren, platzierte das kleine Institut vorab einen Großteil der Aktien bei institutionellen Investoren und verhalf dem Konzern damit zum Sprung an die Börse. Main-First gilt als besonders verschwiegen. „Wir wollen nicht gesehen werden. Das gibt uns die Ruhe, zu bauen und zu wachsen“, hatte Bettscheider 2012 in einem Interview gesagt. Insider sagten, er habe sich seit längerem aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Er habe immer wieder damit kokettiert, aufhören zu wollen. Bettscheider lebt in der Schweiz, wo auch die Holding von Main-First registriert ist.

Bettscheider hatte Main-First 2001 mit sieben Mitarbeitern gegründet. Heute arbeiten dort 250 Menschen. Angefangen hatte der in Saarbrücken geborene Bankkaufmann 1990 bei Julius Bär, 1998 wechselte er zur Deutschen Bank, wo er zuletzt „Head of European Equities“ war. Vom Aktienhändler entwickelte sich die Bank zum Investmenthaus und zum Vermögensverwalter mit vier Milliarden Euro verwalteten Geldern. Der bekannteste der elf verbliebenen Partner ist der ehemalige LBBW-Chef Siegfried Jaschinski.

Geführt wird Main-First seit Ende des vergangenen Jahres offiziell von Vorstandschef Andreas Haindl, ebenfalls ein ehemaliger Investmentbanker der Deutschen Bank, und seinem Vorstandskollegen Björn Kirchner. Operativ wird das Geschäft der Bank von einem sechsköpfigen Business Committee geleitet, das sich aus dem Vorstand, dem Gründungspartner Oliver Haseley sowie den Leitern der Geschäftseinheiten zusammensetzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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