Banken-Haftung
Genossenschaftsbanken kritisieren Abwicklungsregeln

Sie wollen sich abgrenzen von den großen Banken: Die Genossenschaftsbanken wehren sich gegen Pläne der EU, sie an den Risiken genauso wie etwa die Deutsche Bank zu beteiligen, wenn andere Institute abgewickelt werden.
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FrankfurtDeutschlands Genossenschaftsbanken wehren sich gegen Pläne für eine europaweite Haftung für kriselnde Banken. „Wir werden uns energisch gegen eine grenzübergreifende Vereinheitlichung nationaler Abwicklungsfonds wehren“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich, am Dienstag in Frankfurt. „Gegen eine Vergemeinschaftung von Bankrisiken zulasten deutscher Kreditinstitute werden wir konsequent angehen.“ Die EU-Kommission will an diesem Mittwoch ihren Gesetzesvorschlag für ein neues Verfahren zur Abwicklung maroder Banken vorstellen.

Für die eigene Gruppe blickt Fröhlich „vorsichtig optimistisch“ nach vorne. Im ersten Quartal hätten sich Einlagen (plus 4,0 Prozent) und Kundenkredite (plus 4,2 Prozent) bei Genossenschaftsbanken besser entwickelt als im Branchenschnitt. Doch kleine und mittlere Häuser fühlten sich durch zunehmende Regulierung „an die Wand gedrückt“. Daher erwarte er in diesem Jahr 30 bis 40 Fusionen in dem Sektor nach 20 im vergangenen Jahr, sagte Fröhlich: „Es gibt keine Fusionswelle, aber es gibt eine beschleunigte Fusionsentwicklung.“

Im Jahr 2012 erzielte die genossenschaftliche Finanzgruppe einen konsolidierten Überschuss von rund 6,9 (Vorjahr: 4,5) Milliarden Euro. Zu der Gruppe zählen 1101 Volks- und Raiffeisenbanken, die Zentralinstitute DZ und WGZ sowie Spezialanbieter wie die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die R+V Versicherung.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Mazi, glorifizieren Sie hier nicht die Volksbanken und Sparkassen nur weil die ein anderes Modell haben als die privaten Banken.
    Die Volksbanken und Sparkassen wickeln eben nicht ab (und verweisen darauf auch ausdrücklich), sondern stellen die sogenannte Institutssicherung, d.h. das Fortbestehen der jeweiligen "Bank" - ggf. durch Fusion mit einer anderen, stbil gebliebenen Sparkasse / Volksbank - in den Vordergrund. Dass dabei die Einlagen der Kunden mitgerettet werden ist eigentlich nur ein (gewollter) Nebeneffekt. Die einzige echte "Abwicklung" von Instituten aus dem Sparkassenbereich - und auch das nicht durch Schließung, sondern durch Verkauf / Fusionierung, wurden von der EU erzwungen (WestLB).
    Im Vergleich dazu schützt / rettet der Einlagensicherungsfonds des privaten Bankgewerbes ausdrücklich nur die Kunden der Banken (mit exorbitanten Beträgen je Einzelkunde), nicht jedoch die Banken selbst. Banken, die schlecht gewirtschaftet haben, werden nicht aufgefangen (außer der Erwerb durch eine andere Bank erscheint tatsächlich sinnvoller) sondern werden abgewickelt. Die Einleger erhalten ihre Kontoguthaben zurück.
    Könnte der Einlagensicherungsfonds eine Pleite der Deutschen Bank oder der Commerzbank komplett auffangen? Wahrscheinlich nicht. Aber auch die Sparkassen konnten (und wollten) die WestLB nicht selbst / alleine "retten". Der Staat musste massiv Kapital zuschießen - was dann auch die EU auf den Plan gerufen hat und zur Zwangsabwicklung wegen unerlaubter Subventionen führte.

    Also, auch die privaten Banken haben ordentlich vorgesorgt. Entweder werden alle deutschen Kreditinstitute in eine paneuropäische Lösung mit einbezogen oder eben gar keins - egal in welcher Rechtsform diese geführt werden.

  • Genossenschaftsbanken verweisen mit Sparkassen zusammen auf eigene effiziente Abwicklungsregelungen, auf die private Banken nicht zurück greifen können. Dies hat der Bundesverband deutscher Banken (BdB) verschlafen. Gleiches gilt für die übrigen europäischen Institute.

    Es kann und darf nicht sein, dass die, die vorgesorgt haben zu den Trotteln Europas erklärt werden und andere sich deren Geldern bedienen. Wollten wir dies einführen, ist Europa ohnehin nicht mehr zu retten.

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