Banken in Japan: Von Dakota nach Roppongi

Banken in Japan
Von Dakota nach Roppongi

In Tokio residierten einst Lehman-Mitarbeiter hinter glitzernden Fassaden. Das hat sich jetzt geändert. Wie die ehemaligen Beschäftigten in Japan sich in einer neuen Situation zurechtfinden müssen.

Wer mit dem Zeppelin über Tokio hinfliegt, dem fällt der Mori Tower besonders auf. Es gibt zwar längst höhere Wolkenkratzer. Doch mit der grünlich-blauen Fassade sticht die elliptische Form immer noch heraus. Bis vor zwei Monaten residierte auf halber Höhe - zwischen Dachgarten und Lobby - Lehman Brothers Japan, die örtliche Filiale der US-Pleitebank. Dort befindet sich auch der Arbeitsplatz von James Patten. Der IT-Spezialist hält zusammen mit seinem Team die Computer für die 1300 Mitarbeiter am Laufen. Er steht inzwischen auf der Gehaltsliste des größten japanischen Investmenthauses Nomura.

"Jeder von uns will so bald wie möglich wieder normal weiterarbeiten", sagt der 34-Jährige. Nomura, die die Asien- und Europasparten von Lehman gekauft hat, habe seinen Arbeitsvertrag so übernommen, wie er war. Patten sieht es positiv: "Ich hatte von Anfang an gehofft, länger in Japan bleiben zu können. Das scheint jetzt ziemlich wahrscheinlich."

James Patten stammt aus South Dakota im mittleren Westen der USA. Ein groß gewachsener Amerikaner mit Brille, der freundlich und ein wenig schüchtern spricht. Die weite Welt hat der Computerexperte an der Uni getroffen. Dort lernte er seine jetzige Frau kennen, eine Japanerin. Damit begann der Weg, der den IT-Mann bis in Tokios Glitzerviertel Roppongi, bis hier in den Mori Tower führte. Lehman stellte Patten speziell für die Arbeit in Tokio an. Als sein Arbeitgeber insolvent wurde, war Patten gerade auf Urlaub in den USA. Von der Insolvenz hat der aus den Nachrichten erfahren, dann kam auch eine E-Mail von der Firma.

Lehman war schnell, hungrig, dynamisch, risikobereit. Nomura ist bedächtig und grundkonservativ - Eigenschaften, die das Wertpapierhaus vor den schlimmsten Folgen der Finanzkrise bewahrt haben. Mit den drei Stockwerken im Mori Tower mietet das Brokerhaus nun auch ein neues Image. Denn das Gebäude ist definitiv eher Lehman als Nomura.

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