Banken-Krise
Erste Bank will keine Staatshilfen mehr

Die österreichische Erste Bank will „auf keinen Fall“ weitere Staatshilfen. Und das trotz eines Kapitalbedarfs von knapp 750 Mio. Euro und eines Quartalsverlusts von 1,5 Mrd. Euro.
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WienDie Erste Bank will trotz eines Milliardenverlusts im dritten Quartal die Schuldenkrise ohne weitere Staatshilfen bewältigen. Zwar müsse das Sparkassen-Spitzeninstitut nach eigener Einschätzung bis Juni 2012 weitere knapp 750 Millionen Euro aufbringen, um die Bankenaufseher zufriedenzustellen. Das werde das Institut aber voraussichtlich aus eigener Kraft schaffen, sagte Firmenchef Andreas Treichl. Staatshilfen wolle er „auf jeden Fall vermeiden“.

Ob die Erste erwäge, den Kapitalmarkt anzuzapfen, um sich zusätzliches Geld zu beschaffen, ließ Treichl offen. „Wir wollen so viel Kapital haben, dass wir sicher durch die Krise segeln, aber wir wollen keine Polster aufbauen, die nicht notwendig sind“, sagte er lediglich. Vorrangig plane die Bank, die Kapitallücke durch einbehaltene Gewinne zu stopfen.

Um die Schuldenkrise zu bewältigen, müssen die großen europäischen Banken nach Anweisung der Aufseher insgesamt 106 Milliarden Euro Kapital aufnehmen. Damit sollen sie bis Mitte 2012 auf eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent kommen.

Bei der Erste sank diese Kennziffer zum Ende des dritten Quartals auf 8,8 Prozent von 9,2 Prozent Ende 2010. Grund dafür war ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro im dritten Quartal, der die Gewinne aus den Vormonaten auffraß. Nach neun Monaten stand unter dem Strich daher ein Minus von 973 Millionen Euro. Die Erste hat ihre Töchter in Ungarn und Rumänien deutlich abgewertet und ihr Portfolio für Kreditabsicherungen (CDS) neu bewertet und fast ganz abgebaut. „Wir haben aufgeräumt“, sagte Treichl. „Das Ergebnis ist, dass wir für 2011 einen Nettoverlust zwischen 700 und 800 Millionen Euro haben werden“, bekräftigte er. An der Börse gab die Erste-Aktie erneut nach und verlor knapp sechs Prozent an Wert.

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