Banken-Krise
RBS lagert Milliarden in Bad Bank aus

Die RBS lagert 2014 hochriskante Vermögenswerte im Umfang von 38 Milliarden Pfund in eine Bad Bank aus. Das erleichtert den Ausstieg der britischen Regierung aus der RBS. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun.
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LondonDie britische Großbank RBS richtet auf Druck der Regierung eine interne Müllhalde für besonders riskante Kredite ein. Mit der „Bad Bank“ soll der Abbau der Darlehen im Volumen von fast 40 Milliarden Pfund beschleunigt und die Privatisierung des in der Krise verstaatlichten Geldhauses vorbereitet werden. Kurzfristig fallen allerdings Milliarden-Abschreibungen an, was den Investoren an der Börse missfiel.

„Ich denke, dadurch wird es einfacher, die Bank zu verkaufen und unser Geld zurückzubekommen“, sagte der britische Finanzminister George Osborne am Freitag im BBC-Radio zu den Plänen. Allerdings sei ein Verkauf vor der nächsten Parlamentswahl 2015 unwahrscheinlich. Die Regierung in London kontrolliert 81 Prozent der Royal Bank of Scotland (RBS). Das Paket ist an der Börse momentan gut 18 Milliarden Pfund (21,3 Milliarden Euro) wert. Die Steuerzahler auf der Insel mussten die RBS 2008 mit 46 Milliarden Pfund vor dem Kollaps retten.

Mit dem Umbau soll auch das Verhältnis der Bank zur Regierung geglättet werden. Diese betonte, der Schritt werde sich positiv auf die Kreditvergabe auswirken. Weil die verschobenen Darlehen von 38 Milliarden Pfund in den nächsten drei Jahren vollständig abgebaut sein sollen, wird Eigenkapital von zehn bis elf Milliarden frei, das bislang als Risikopuffer gebunden ist. Damit können neue Kredite an Firmen und Privathaushalte ausgegeben werden.

Mit der Maßnahme ist eine Aufspaltung der Großbank vorerst vom Tisch. Der neue RBS-Chef Ross McEwan sagte, das Verhältnis zum Staat und den Aufsichtsbehörden könne dadurch auf ein neues Fundament gestellt werden. Kritiker der internen Bad Bank monieren jedoch, dass sich nur wenig ändere. Denn RBS habe bereits ein internes Abbauprogramm, das Vermögenswerte, die nicht mehr zum Kerngeschäft zählen, reduzieren solle. In der Einheit liegen schon Problemkredite im Volumen von 45 Milliarden Pfund. Bis 2016 sollen es nur noch 20 Milliarden Pfund sein. Einer der zehn größten privaten Investoren der Bank sagte, es handele sich um kosmetische Übungen.

Die Bank betonte, durch den beschleunigten Risiko-Abbau bis Ende 2015 auf eine Kernkapitalquote von rund elf Prozent kommen zu können - das liegt deutlich über den Vorgaben des neuen Regelwerks Basel III. Ein Jahr später sollen es zwölf Prozent sein. Das wären drei Punkte mehr als heute. Mit dem Kernkapital schützen sich Banken gegen Krisen. Die RBS teilte weiter mit, im laufenden Quartal würden wegen der Bad Bank Abschreibungen von 4,0 bis 4,5 Milliarden Pfund nötig. An der Börse fielen die Aktien des Instituts deswegen um knapp vier Prozent.

Zugleich kündigte RBS wie bereits die Deutsche Bank, UBS und der britische Konkurrent Barclays an, bei den Ermittlungen zu mutmaßlichen Manipulationen am Devisenmarkt mit mehreren Regierungen zusammenzuarbeiten. Intern würden derzeit die Kommunikation und Geschäftspraktiken im Devisenhandel durchleuchtet.

Im Tagesgeschäft hatte die RBS im dritten Quartal Schwierigkeiten. Der operative Gewinn schrumpfte auf 438 Millionen Pfund von 909 Millionen im Vorjahreszeitraum. Wie die Konkurrenten verzeichneten die Briten vor allem im Investmentbanking Einbußen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Banken-Krise: RBS lagert Milliarden in Bad Bank aus"

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  • wenn das so weitergeht haben wir nebst den 6000 EU-banken bald 6000 Bad-Banken?

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